Direkt zum Inhalt
Dating-Masche in Nordbayern

Dating-Masche in Nordbayern Brutale Überfälle auf mehrere schwule Männer

ms - 07.08.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Die bekannte Dating-Masche ist seit dieser Woche nun auch Thema am Landgericht in Aschaffenburg: Fünf Angeklagte gestanden am ersten Prozesstag, ältere schwule Männer mittels einer Dating-App in eine Fall gelockt und dann ausgeraubt zu haben. Die Staatsanwaltschaft klagte sie der schweren räuberischen Erpressung sowie des schweren erpresserischen Menschenraubes an.  

Stundenlange Tortur 

Die Vorgehensweise ist in zwischen vielerorts bekannt: Die fünf Angeklagten im Alter zwischen 20 und 27 Jahren gaben sich auf schwulen Dating-Plattformen als Jugendliche aus, die Sex mit älteren Männern suchten. Kam es dann zu einem Treffen, sollen sie ihre Opfer erpresst und brutal ausgeraubt haben. Mehrfach sollen die schwulen Männer dabei mit Waffen bedroht, beschimpft und attackiert worden sein. In mehreren Fällen hielt die Bande ihre Opfer auch über einige Stunden in einem Fahrzeug gefangen, ein Mann berichtete von einer zehnstündigen Tortur. Er erlitt einen Knochenbruch, wurde immer wieder gewürgt, geschlagen und getreten und überdies mit einem Messer bedroht. Er sowie einige weitere Opfer wurden bei den Übergriffen schwer verletzt. 

Mehrere Tätergruppen in Bayern

Das Ziel in allen Fällen soll Geld gewesen sein. Die fünf Täter erzwangen demnach die Herausgabe von Bargeld und Bankkarten mit den dazugehörigen PIN-Codes, so die Anklageschrift. Vor Gericht werden den Angeklagten fünf Raubüberfälle auf ältere schwule Männer vorgeworfen – möglicherweise gab es weitere Opfer, die bis heute keine Anzeige erstattet haben. Insgesamt sind für den Prozess sieben Verhandlungstage eingeplant. Besonders bedenklich überdies: Laut Angaben der polizeilichen Ermittler sind in Nordbayern bereits mehrfach Tätergruppen mit einem sehr ähnlichen Vorgehen aufgefallen. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Gruppen untereinander organisieren.   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Signal gegen Hassreden

Schutz für queere Menschen

Der Musiker Bill Kaulitz hat vor dem Landgericht Hamburg einen juristischen Erfolg gegen den Berliner AfD-Politiker Julian Adrat errungen.
US-Präsident sei empathisch

Video geht im Netz viral

Melania Trump gerät bei Rede zu „militärischen Müttern“ und Lob für Ehemann ins Kreuzfeuer des Spotts.
Festnahmen im Senegal

Neues Gesetz verschärft Lage

Seit dem Beschluss zur Verschärfung der Haftstrafen für Homosexuelle im Senegal verschlimmert sich die Lage, ein queerer Verband appelliert an die EU.
Wasserzeichen ab 2026 Pflicht

Auch Schutz für queere Menschen

Die Europäische Union (EU) will das Erstellen von sexualisierten Deepfakes mit Künstlicher Intelligenz (KI) verbieten.
Schutz für trans* Personen

6.000 Euro Schadenersatz

Das OLG Frankfurt hat entschieden, dass das Onlinemagazin „Nius“ wegen feindlicher Berichterstattung eine trans* Frau finanziell entschädigen muss.
Mehr Schutz für Betroffene

Beweislastumkehr kritisiert

Im Landtag von Schleswig-Holstein ist ein geplantes Antidiskriminierungsgesetz auf deutlichen Widerstand der FDP gestoßen.
Kritik an Zugangshürden

Gefahr für LGBTIQ+-Jugendliche

Ein neuer US-Mobilfunkanbieter namens Radiant Mobile sperrt gezielt sämtliche queeren Inhalte für seine Kundinnen und Kunden