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Prozessauftakt in Berlin
Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
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Prozessauftakt in Berlin Zwei Ex-Elite-Soldaten sollen Kameraden vergewaltigt haben

ms - 06.08.2025 - 13:00 Uhr
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Zwei ehemalige Bundeswehr-Elite-Soldaten aus Sachsen müssen sich aktuell vor dem Berliner Landgericht verantworten – ihnen wird vorgeworfen, einen Kameraden mehrfach misshandelt und vergewaltigt zu haben. Ein dritter Angeklagter steht wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht – er erschien zum ersten Prozesstag nicht, die Fahndung nach ihm läuft. Eine vierte Anklage gegen einen ehemaligen Soldaten wurde vorläufig eingestellt, weil der Mann bis heute unauffindbar ist. 

Vergewaltigung in der Kaserne

Angeklagt sind die beiden Familienväter Robby B. (35) und Benny K. (31), sie sollen Mitglied im selbsternannten „Wolfsrudel“ gewesen sein, einer Gruppe teils rechtsextremer Soldaten, die mit entwürdigenden Ritualen aufgefallen sein soll. Ihnen wird vorgeworfen, Kameraden angepinkelt, mit Zigaretten verbrannt und geschlagen zu haben. Laut Anklageschrift soll es dann im Frühjahr 2021 in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Reinickendorf zu der Vergewaltigung eines damals 21 Jahre alten Soldaten gekommen sein. Der mitangeklagte Tino K. (36) soll die Tat beobachtet und mit dem Handy gefilmt haben, schritt aber laut Anklageschrift nicht ein – nachdem er nicht vor Gericht erschienen ist, hat das Gericht nun Haftbefehl gegen den Mann erlassen. 

Misshandlungen eines 21-jährigen Soldaten

Bereits zuvor sollen die Angeklagten zusammen mit weiteren fünf Männern das junge Opfer malträtiert haben, unter anderem durch eine sogenannte „Bombe“, dabei warfen sich die Soldaten auf den Geschädigten, bis dieser eine akute Atemnot erlitt, so die Anklageschrift. Der Fall wurde durch zwei ehemalige Hauptgefreite publik, das heute 24-jährige Opfer stellte damals keine Anzeige gegen die Kollegen, tritt aber jetzt als Nebenkläger auf. Bis heute leidet der junge Mann an den Folgen der Übergriffe und sei schwer traumatisiert, so seine Anwältin. Die beiden Hauptangeklagten arbeiten heute auf dem Bau beziehungsweise als Kraftfahrer, ihre Verteidigung rechnet mit Teilgeständnissen. Ein Urteil wird Ende September erwartet.  

Rechtsextreme Gruppe im Wachbataillon 

Die Vergewaltigung wurde vor vier Jahren im Zuge anderweitiger Ermittlungen publik, nachdem die Bundeswehr einem Rechtsextremismusverdacht in der Berliner Kaserne nachgegangen war. Auf dem Mobiltelefon eines der beiden Angeklagten entdeckten die Ermittler das Vergewaltigungsvideo. Der Spiegel berichtete damals, dass sich innerhalb des Wachbataillons eine teils rechtsextreme Gruppierung gebildet habe, das selbsternannte „Wolfsrudel“. Der Fall erschüttert aktuell die Bundeswehr insgesamt, denn das Wachbataillon gilt als die Vorzeige-Einheit der Truppe, die immer bei Gedenkfeiern oder auch bei Zapfenstreichen beispielsweise zur Verabschiedung von Bundeskanzlern zum Einsatz kommt.

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