Mutmaßliches Hassverbrechen LGBTI*-Aktivist Jeudy Charlot verstorben
Der haitianische Bürgerrechtler Jeudy Charlot arbeitete mit der karibischen Organisation Kouraj („Courage“) gegen sexuelle und auf das Geschlecht bezogene Gewalt. Er war einer der führenden LGBTI*-Aktivisten seines Landes. Am Montagmorgen wurde er tot in seinem Haus aufgefunden. Einige Aktivisten befürchten nun, dass Charlot einem Hassverbrechen zum Opfer fiel.
In einer Pressemitteilung schrieb Jessica Stern von Kourajs Partner-Organisation OutRight Action International: „Ich kannte Charlot als mutigen LGBTIQ-Anführer und einen erbitterten Streiter für die Rechte der Community.“ Obwohl seine Todesursache nicht geklärt sei, befürchte man, dass Charlots Tod Teil einer Anti-LGBTI*-Bewegung in Haiti sei. Diese richte sich womöglich gegen sichtbare Mitglieder von LGBTI*-Organisationen. Daher fordere man von der Polizei eine sofortige gründliche und transparente Untersuchung des Falls.
Obwohl Haiti – wie einige andere karibische Staaten auch – Homosexualität nicht unter Strafe stellt, leiden haitianische LGBTI* laut Associated Press unter starker Stigmatisierung und Diskriminierung. So habe Charlot 2016 LGBTI*-Festival aufgrund massiver Gewaltandrohungen absagen müssen.