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Stigma Essstörung LGBTIQ+-Menschen sind besonders betroffen, insbesondere dabei queere Eltern

Von ms - 02.07.2025 - 13:00 Uhr
Stigma Essstörung
Foto: iStock / puhimec
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Die US-Initiative CARE schlägt jetzt Alarm: Nach Untersuchungen der Organisation nehmen Essstörungen in der LGBTIQ+-Community immer weiter zu. Besonders dramatisch zeichnet sich das derzeit auch bei Regenbogenfamilien in den USA ab, die dabei gleich mehrfach Stigmata ausgesetzt seien. 

Queere Eltern mit Essstörung

Jillian Lampert, Vizepräsidentin beim CARE-Projekt “The Emily Program”, betonte dazu: „LGBTIQ+-Eltern mit Essstörungen sind doppelt so stark mit Stigmatisierungen und Hürden konfrontiert. Elternschaft erfordert Präsenz – körperlich, emotional und geistig. Für LGBTIQ+-Menschen, die mit einer Essstörung zu kämpfen haben, kann diese Erwartung überwältigend sein.“ 

Die jüngsten Forschungen von CARE haben dabei bestätigt, dass schwule, lesbische sowie queere Eltern mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit im Laufe ihres Lebens eine Essstörung erleiden als ihre heterosexuellen Altersgenossen. „Viele LGBTIQ+-Eltern müssen also mit den Hürden der Erziehung ihrer Kinder in einer hetero- und geschlechtsnormativen Welt fertig werden und gleichzeitig mit ihrer eigenen negativen Beziehung zum Essen kämpfen. Dies wirft eine wichtige Frage auf: Wie kümmert man sich um andere, wenn man gerade noch lernt, für sich selbst zu sorgen?“, so Lampert fragend. 

Schweigen, Scham und Stigma

Ein wesentlicher Aspekt sei es dabei, endlich Scham, Stigma und Schweigen hinter sich zu lassen, so die Expertin weiter. Gerade auch innerhalb der Community wird das Thema Essstörung bis heute dabei offenbar gerne unter den Teppich gekehrt. Dazu betont die Organisation erneut die Wichtigkeit des Themas, denn nicht nur Menschen mit Essstörungen leiden, sondern auch ihre Kinder sind damit einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt. Eingerahmt in eine Regenbogenfamilie mit all den Anfeindungen und Rechtfertigungen nach außen kann das schnell zu einer emotionalen Überforderung von Kindern und Jugendlichen führen, warnt die Initiative.  

Im Gegenzug könne sich eine erfolgreiche Genesung positiv auch auf die Kinder auswirken: „Durch ihre Heilung zeigen LGBTIQ+-Eltern ihren Kindern, wie wichtig Selbstmitgefühl und Widerstandsfähigkeit sind. Dieses Vorbild schafft ein gesünderes Umfeld, in dem Kinder lernen, dass es ein Zeichen von Stärke ist, wenn sie ihr Wohlbefinden in den Vordergrund stellen und um Hilfe bitten“, betont Lampert. Das Kernziel: Das Thema müsse endlich ausführlich besprochen und behandelt werden – jenseits des Stigmas. Und das auch innerhalb der queeren Community. „Essstörungen in LGBTIQ+-Gemeinschaften verdienen mehr Sichtbarkeit und Verständnis. Forschung und Gesundheitsversorgung müssen sich weiterentwickeln. Nachdem der Pride Monat eben erst zu Ende gegangen ist, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass Sichtbarkeit mehr bedeutet als Regenbogenflaggen. Es bedeutet, oft übersehene Probleme anzuerkennen, die tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben haben.“ 

Binge-Eating bei Schwulen 

Bis heute gibt es nur wenige Studien, die sich mit Essstörungen in der Community befassen. Im Jahr 2023 zeigte eine US-Untersuchung auf, dass schwule, lesbische und bisexuelle Jugendliche doppelt so häufig von Essstörungen betroffen sind wie gleichaltrige Heterosexuelle. Die häufigste Variante der Essstörung bei jungen Schwulen ist dabei das sogenannte „Binge-Eating“ (BED), dabei nehmen die Betroffenen ungewöhnlich große Mengen an Lebensmitteln zu sich. „Bei männlichen Erwachsenen und Jugendlichen ist die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper oft mit dem Streben nach Muskeln und größerer Körpergröße im Gegensatz zu dünneren Körpern verbunden“, so Studienleiter Dr. Jason Nagata von der University of California. 

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