Direkt zum Inhalt
Gelebte Hasskriminalität
ANZEIGE

Gelebte Hasskriminalität Immer öfter werden Gedenkstätten in Deutschland beschädigt - auch homosexuelle Gedenkorte

ms - 30.08.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Nicht als eine gelebte Gedenkkultur, sondern als gelebte Hasskriminalität lässt sich der massenhafte Vandalismus bezeichnen, den in den letzten fünf Jahren die Betreiber von Gedenkstätten in Deutschland registriert haben – dabei kommt es immer öfter zu solchen Übergriffen. Ein beliebtes Ziel in Berlin ist so beispielsweise die Gedenkstätte für die ermordeten Homosexuellen während der Nazizeit. 

Zunahme von Vandalismus 

Insgesamt kam es seit 2019 zu 1.721 Delikten. Oliver von Wrochem, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in Deutschland, sagte dazu bereits im letzten Jahr gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Die Zahl der Vorfälle nimmt spürbar zu: Vandalismus durch Hakenkreuz-Schmierereien, Beschädigungen von Gedenktafeln oder Leugnung der NS-Verbrechen stellen ein Problem in einer ernsthaften Dimension dar.“ 

Die Übergriffe reichen von einfacher Sachbeschädigung über Schmierereien bis hin zu gewalttätiger Zerstörungswut und Volksverhetzung. Aufgeklärt wurden gerade einmal 153 Delikte, weniger als zehn Prozent. 

Rechte, linke und ausländische Gewalt

Auf Anfrage der Linksfraktion erklärte der Deutsche Bundestag, dass rund die Hälfte aller Straftaten (58%)rechts motiviert gewesen seien, der Rest entfällt im Wesentlichen auf das linksextremistische Spektrum sowie auf „ausländische Ideologien“. 

Die neusten Daten passen auch zu den stetig steigenden Fallzahlen bei der Hasskriminalität gegenüber der LGBTI*-Community, im letzten Jahr war ein Anstieg um 65 Prozent zu verzeichnen. Auch LGBTI*-Einrichtungen erleben immer wieder Vandalismus und Sachbeschädigungen, beispielsweise das Schwule Museum in Berlin oder zuletzt das LGBTI*-Beratungszentrum SUB in München

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.
Allein in der Wohnung

Queere Menschen häufig betroffen

Rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen.
Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.