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Maren Kroymann

Maren Kroymann Die ARD war damals "nicht amused" vom Outing der Schauspielerin

ms - 04.07.2024 - 14:00 Uhr
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Die 74-jährige Maren Kroymann ist heute mehr denn je eine der gefragtesten Schauspielerinnen in Deutschland und schafft es dabei gerade auch mit ihren Satire- und Comedyformaten ein junges Publikum zu begeistern. Im Interview mit dem Stern spricht Kroymann jetzt davon, dass ihre Karriere vor rund 30 Jahren fast vorbeigewesen wäre – der Grund war ihr Outing als lesbische Frau. 

Die ARD war „nicht amused“ 

Im Jahr 1993 gehörte Kroymann zu den ersten deutschen Schauspielerinnen, die offen über ihre Homosexualität sprachen – damals outete sie sich mit einer „Stern“-Titelgeschichte. Anfangs als Vorreiterin für die Rechte von Homosexuellen gefeiert, drohte bald darauf das Karriereende. 

„Die ARD war nicht amused“, erinnert sich Kroymann heute. Dazu kamen viele „hämische und niedermachende Kommentare und Reaktionen von Kollegen und Kolleginnen“, betont die 74-Jährige. Es folgte das Ende ihrer sehr erfolgreichen Satire-Sendung „Nachtschwester Kroymann“, danach habe sie fast zwanzig Jahre lang keine größeren Angebote für Rollen oder Fernsehformate in der ARD mehr bekommen. 

Jenseits von Gut und Böse

Erst 2017 gelang ihr mit der neuen Satiresendung „Kroymann“ das Comeback. Die im späten ARD-Abend platzierte Show entwickelte sich nicht nur zum Quotenrenner, sondern erreichte auch online ein Millionenpublikum. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen vom Grimme-Preis über den Deutschen Fernsehpreis bis hin zur Rose d’Or, dazu gesellten sich endlich wieder auch neue Rollenangebote – inzwischen ist Kroymann auch wieder in Kinofilmen sowie neu in Streaming-Serien präsent. 

„Ich bin eh alt, ich bin jenseits von Gut und Böse, ich muss kein Vorbild mehr sein. Ich kann machen, was ich will, und muss keinem sexuellen Bild mehr entsprechen. Ich fühle mich wohl in meiner Haut“, so Kroymann erleichtert heute.

Outing nach Sedlmayrs Tod

Trotz der mageren Jahre hat die lesbische Darstellerin ihr Outing zum Glück nie bereut, bis heute sprechen sie ab und an noch immer Schwule und Lesben auf der Straße an und bedanken sich bei ihr für diesen Schritt, der damals anderen Homosexuellen geholfen hat, ebenso offen zu ihrer Sexualität zu stehen.  

Sie selbst fasste den Mut für ihr Coming-Out nach dem Mord an dem schwulen bayerischen Volksschauspieler Walter Sedlmayr (†64) im Jahr 1990 – seine Sexualität wurde erst posthum bekannt. „Da war die Aufregung groß: Dieser Urbayer war schwul gewesen?", erinnert sich Kroymann. Als sich daraufhin eine Redakteurin der Münchner Abendzeitung als lesbisch outete und dazu aufrief, es ihr endlich gleichzutun, wagte auch Kroymann den Weg in die Öffentlichkeit: „Ich fand das so klug und so wahr. Das war für mich der letzte Schritt – der mir recht leichtfiel.“

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