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Skandal prägte die Gay-Szene Adam Turner bricht Schweigen über „Trophy Boys“-Cover

Von kw - 03.06.2026 - 18:30 Uhr
Adam Turner bricht Schweigen über „Trophy Boys“-Cover
Foto: © New York Magazine Casting Polaroid
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Adam Turner, einst das Gesicht eines in den 1990ern berüchtigten Titelblatts über „Trophy Boys“ im New York Magazine, bricht nach drei Jahrzehnten erstmals öffentlich sein Schweigen. In einem aktuellen Essay blickt der heute 54-Jährige zurück auf seine Rolle als Covermodel der Reportage, die 1997 einen Sturm in der schwulen Community auslöste – und deren Nachhall noch heute in der Popkultur spürbar ist.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Adam Turner gab in Vanity Fair einen seltenen Rückblick auf die „Trophy Boys“-Titelstory von 1997.
  • Das New York Magazine verknüpfte damals Versaces Ermordung mit angeblichen Beziehungen zwischen reichen Männern und jungen „Beach Boys“.
  • Die Veröffentlichung führte zu heftigen Reaktionen und machte Turner schlagartig berühmt, aber auch berüchtigt.
  • Der Mord an Gianni Versace durch Andrew Cunanan war Anlass für das Magazin, das homosexuelle Nachtleben kritisch zu beleuchten.
  • Turner beschreibt, wie der Skandal-Auftritt sein Leben und Bild in der Gay-Szene bis heute prägt.

 

Wie aus einer Modelanfrage ein Medienspektakel wurde

Adam Turner, damals 25, wurde am Strand von einer Freundin angesprochen und zum New York Magazine geschickt. Mit robustem Körper, heller Haut und glattem Haar erfüllte er perfekt das damalige Schönheitsideal der „Chelsea-Clones“, wie er selbst reflektiert. Das Fotoshooting im Pool mit Sonnenbrille und Cosmo wandelte sich ungewollt zum Symbol für das neue Zeitalter der offen schwulen Selbstdarstellung – und zugleich zur Projektionsfläche voyeuristischer Fantasien.

Der Hintergrund des Artikels: Im Fahrwasser des Mordes an Modedesigner Gianni Versace durch Andrew Cunanan kokettierte das Magazin mit Gerüchten um ein Netz junger Männer, die ihr Dasein an der Seite reicher „sugar daddies“ aufpolieren. Obwohl Polizeiberichte später belegten, dass Cunanan nur mit einem seiner Opfer ein Verhältnis hatte, blieb der Sensationseffekt – und Turners Bild zierte wortwörtlich monatelang die Großstadt-Boulevards.

 

Der lange Schatten eines Skandalblatts

Die Community reagierte damals gespalten: Viele kritisierten die Berichterstattung als überzogen und nutzten sie als Mahnung gegen reißerische Darstellungen. Turner selbst wurde kurz darauf mit Anrufen fremder Männer konfrontiert, die mehr als nur ein Autogramm verlangten. In seinem Essay betont er, dass er die Magazinexemplare nicht aus Eitelkeit, sondern als „Zeitdokument“ aufbewahrt.

„Ich betrachte die Geschichte bittersüß, während ich meine schwindende Sichtbarkeit als Single, schwuler 54-Jähriger reflektiere,“ sagt Turner heute offen.

Turners Rückblick zeigt: Obwohl der Fokus auf schwule Beziehungen und vermeintlichen Luxus im Boulevardjournalismus nie ganz verschwindet, fühlt sich die Welt heute anders an. In Zeiten von PrEP, Doxy und Apps wie Sniffies bleibt schwules Leben medial spannend – doch die Rollenbilder sind komplexer, die Selbstinszenierung deutlich diverser.

 

Was bleibt vom Mythos „Trophy Boy“?

Die wichtigsten Fragen nach Ruhm und Identität bleiben aktuell: War Adam Turners Titelgeschichte ein Aufbruch in neue Sichtbarkeit oder doch nur ein Spiegel voyeuristischer Klischeebedienung? Fest steht, dass ein Poolfoto und ein kontroverser Artikel nicht nur eine Person markieren können – sondern auch ein ganzes Lebensgefühl und eine Ära im Wandel.

Meine Kolumnenperspektive: Wer heute ein bisschen Gossip über „sugar daddies“ und Beachboys hört, denkt vielleicht an Miami Beach, Poolpartys und Cabana-Sonnenbrillen. Aber jedes Klischee hat eine Geschichte – und manchmal einen echten Adam Turner dahinter.

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