Direkt zum Inhalt
Wer hat den Größten?

Wer hat den Größten? Metastudie räumt mit zahlreichen Klischees zur Penisgröße auf

ms - 05.10.2023 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Es scheint bis heute ein Dauerbrenner-Thema zu sein, gerade auch in der schwulen Community: Wer hat den Größten? Gemeint ist tatsächlich der Penis. In einer neuen Metastudie (Länderdaten.info) wurden nun die Daten von zahlreichen Erhebungen der letzten Jahre erstmals zusammengenommen und zudem ins Verhältnis zur durchschnittlichen Körpergröße genommen – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Deutschland liegt auf Platz 40

Auf dem ersten Platz landen demnach die Männer aus Ecuador, die mit durchschnittlich 17,61 Zentimetern im erigierten Zustand aufwarten können. Das ist insbesondere bemerkenswert, weil die durchschnittliche Körpergröße in dem Land nur bei 1,67 Metern liegt, kurzum: Der Penis der Herren aus Ecuador entspricht fast elf Prozent ihrer Körpergröße – das schaffte kein anderes Land.

Auf den dahinter folgenden Plätzen landen die Männer aus Kamerun, Bolivien, Sudan, Haiti, Senegal, Gambia und Kuba. Unter die Top-10 schafft es aus Europa nur ein Land und zwar die Niederlande. Mit Blick auf Europa geht es jeweils versetzt dann mit Frankreich, Italien und Schweden weiter. Deutschland landet auf dem vierzigsten Platz, eins davor stehen die Jungs aus Österreich. Die deutschen Herren weisen dabei eine durchschnittliche Erektion von 14,52 Zentimetern auf. Auf den drei letzten Plätzen finden sich dann die Jungs von den Philippinen sowie aus Myanmar und Kambodscha.

Körpergewicht und Alter

Wie immer bei solchen Ergebnissen darf natürlich auch über dies heftig diskutiert und gestritten werden. Interessant ist allerdings an der Metastudie durchaus noch, dass praktisch nie eine Relation zwischen Penisgröße und Body-Mass-Index festgestellt werden konnte – das Klischee, dass dickere Herren demnach vielleicht kleinere Penisse haben, stimmt nicht. Abgeschlossen seien die Forschungen in diesem Bereich allerdings noch nicht.

Ähnlich verhält es sich beim Thema Alter – seit Jahren zeigen medizinische Gutachten auf, dass mit zunehmendem Alter die Verkürzung der Kanäle im Penis, die für eine Erektion sorgen, auch zu einer Abnahme der Penisgröße führen kann, kurzum, der Penis kann im Alter kleiner werden. In der jüngsten Metastudie konnte interessanterweise allerdings auch hier kein Zusammenhang zwischen Alter und Penisgröße festgestellt werden.

Ein Blick genügt? Eher nicht!

Deutschland liegt mit seinen gut 14 Zentimetern dabei noch leicht über dem generellen Durchschnitt, dieser liegt bei rund 13,6 Zentimetern, rein mathematisch ist ein erigierter Penis damit etwa 1,5 Mal so groß wie der erschlaffte (Ø 9,3cm). Allerdings ist hier nur die Rede vom generellen Durchschnitt, worauf die Metastudie ausdrücklich hinweisen will: „In aller Regel kann man vom erschlafften Glied jedoch nur grob auf die erigierte Größe schließen. Hierzu werden oftmals die Begriffe des Fleisch- und Blutpenis angeführt. Gerade der Blutpenis ist im erschlafften Zustand kleiner. Bei einer Erektion strömt eine relativ große Menge Blut in die Schwellkörper und lässt ihn dadurch anwachsen. Der Fleischpenis ist bereits im Normalzustand recht groß und verändert überwiegend seine Härte, nicht aber die Länge. Diese Unterscheidung ist im Wesentlichen klimatisch bedingt. Circa 80 Prozent der Männer haben einen Blutpenis und leben überwiegend in kalten Regionen.“

Die Länge der Nase oder der Füße? Ein Indiz?

Und mit einem weiteren Klischee räumt die Metastudie auf – immer wieder wird behauptet, die Penisgröße lasse sich zum Beispiel anhand der Schuhgröße, der Länge des Zeigefingers oder auch der Länge der Nase schnell erkennen. Aussagekräftige Ergebnisse konnten in vierzig ausgewerteten Studien so gut wie nie ermittelt werden, lediglich eine iranische Studie aus dem Jahr 2006 will eine „minimale Korrelation“ erkannt haben. Kurzum, auch hier scheint der Mythos tatsächlich wohl nur ein Mythos zu sein.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Entscheidung des Supreme Court

Zuspruch zu Konversionstherapien

Herber Rückschlag in den USA: Der Supreme Court hat ein Verbot von Konversionstherapien für nichtig erklärt. Queere Verbände sind geschockt.
Transgender Day Of Visibility

Steigende Hasskriminalität besorgt

Der alljährliche Transgender Day of Visibility am 31. März steht in diesem Jahr im Zeichen wachsender Besorgnis und steigender Hasskriminalität.
Engagement von Olly Alexander

Einsatz für Menschen mit HIV

Popsänger und Schauspieler Olly Alexander ist neuer Schirmherr einer der wichtigsten HIV-Organisationen in Großbritannien.
Bavarian Mr. Fetish 2026

Neue Wahl im Freistaat

Der Freistaat hat einen neuen Bavarian Mr. Fetish 2026, der nun ein Jahr lang die Belange der Fetisch-Community in Bayern vertreten wird.
Proteste im Senegal

Petition gegen Hass-Gesetze

Tausende Menschen fordern jetzt in einer Petition die EU und Senegals Präsidenten auf, die neuen Gesetze gegen Homosexuelle im Land zu stoppen.
Kreative Freiheit wird bedroht

Tausende queere Menschen betroffen

In Indien soll künftig die Angabe des Geschlechts medizinisch und staatlich überprüft werden müssen, so das Gesetz "Transgender Amendment Bill".
Appell von ILGA Europe

Ukrainische Community in Not

Seit der politischen Kehrtwende kämpft die Community in der Ukraine. Die ILGA Europe ruft jetzt zur Solidarität mit den queeren Menschen vor Ort auf.
ESC im Herbst in Asien

Expansion des Musikwettbewerbs

Der Eurovision Song Contest expandiert, im November wird es den Musikwettbewerb erstmals auch in Asien geben, zehn Länder sind bereits dabei.
Appell der Drehbuchautoren

LGBTIQ+-Geschichten verschwinden

Geschichten über LGBTIQ+-Menschen in TV und Kino werden weniger in Europa. Laut der Vereinigung der Drehbuchautoren aus Angst vor rechten Repressalien