Direkt zum Inhalt
Zukunft Schottlands
ANZEIGE

Zukunft Schottlands Ende März wird die Nachfolge von Premierministerin Sturgeon gewählt

ms - 22.02.2023 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Ende März wird die Nachfolge der zurückgetretenen Premierministerin Nicola Sturgeon gewählt – die schottische Regierungschefin hatte erklärt, ihr Amt nach Klärung einer Nachfolge schnellstmöglich niederzulegen. Hintergrund waren der Streit um die Unabhängigkeit Schottlands und das Veto Großbritanniens gegen das geplante Selbstbestimmungsgesetz für Trans-Personen, das zuletzt auch eine deutliche Mehrheit der eigenen Bevölkerung abgelehnt hatte.

Nein zum Selbstbestimmungsgesetz

Drei Personen sind derzeit im Rennen um die Nachfolge, die jüngste und kurzzeitig aussichtsreichste Kandidatin war die amtierende schottische Finanzministerin Kate Forbes. Die 32-Jährige studierte an den Universitäten von Cambridge und Edinburgh Geschichte, gehört der regierenden Scottish National Party (SNP) an, wurde 2016 ins Parlament gewählt und übernahm nur vier Jahre später das Amt der Finanzministerin. Forbes will sich ebenso für die Selbstbestimmung einsetzen – allerdings nur für die Selbstbestimmung für Schottland, nicht für Trans-Personen. „Ich unterstütze die Selbstidentifizierung nicht. Ich denke, es gibt Möglichkeiten, das Gesetz zu überarbeiten. Wir müssen das Verfahren weniger beschwerlich machen, aber das erfordert eine erwachsene Debatte und Diskussion mit der britischen Regierung", so Forbes im Interview mit Channel 4.

Ehe nur zwischen Mann und Frau

Für Forbes ist offensichtlich nicht nur bei Trans-Personen eine rote Linie überschritten, sondern auch bei Homosexuellen. Im selben Interview erklärte die Christin, dass sie 2014 gegen die gleichgeschlechtliche Ehe in Schottland gestimmt hätte: „Die Ehe ist eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau, und das ist es, was ich praktiziere." Bereits zuvor hatte sie mehrfach betont, dass sie die Ehe unter Homosexuellen aus Gewissensgründen ablehne. Nachdem sie ihren Standpunkt erneut in dieser Woche deutlich gemacht hatte, entzogen ihr rund die Hälfe der Mitglieder der eigenen Partei wutentbrannt das Vertrauen.

Schwierige Ansichten auch für Konservative

Forbes legte kurz darauf im Gespräch mit Sky News noch einmal nach und erklärte weiter, dass Mutterschaft sowie Sex außerhalb einer heterosexuellen Ehe „nach meinem Glauben falsch“ seien. Hannah Bardell, selbst Mitglied des schottischen Parlaments, schrieb via Twitter: „Ich hätte gehofft, dass Kate angesichts der Tatsache, dass sie so viele Freunde hat, mich eingeschlossen, die LGBTQ sind und sie und ihre Talente so sehr schätzen, ihre Reaktion vielleicht etwas abgemildert oder zumindest sorgfältiger überlegt hätte. Ich hoffe, dass sie mit der Zeit verstehen wird, warum ihre Ansichten für so viele von uns so schwierig sind."

Forbes will weiter kandidieren

Forbes selbst indes erklärte, Schottland brauche jetzt eine Führungspersönlichkeit, die „kühn, mutig und energiegeladen“ ist und sie sei diese Person. Ihre derzeitigen Konkurrenten bei der Wahl zum Vorsitz der Partei sowie damit auch zum neuen Regierungschef sind der amtierende Gesundheitsminister Humza Yousaf und die ehemalige Ministerin Ash Regan. Forbes erklärte auch nach dem jüngsten Shitstorm indes, sie werde ihre Kampagne "im Moment" fortsetzen. Ihre Chancen indes dürften nach einem kurzen Hoch jetzt rapide gesunken sein.

Unterschiedliche Ansichten zu LGBTI*-Themen

Die beiden neuen Spitzenkandidaten sind in puncto LGBTI* allerdings auch unterschiedlicher Meinung. Die ehemalige Ministerin Ash Regan engagiert sich seit Jahren für die Rechte von Homosexuellen und queeren Menschen, hielt das Selbstbestimmungsgesetz in seiner derzeitigen Form aber für falsch und gefährlich für Frauen und Mädchen und trat aufgrund dessen im letzten Jahr sogar aus Protest zurück. Gesundheitsminister Humza Yousaf liegt derweil voll auf Linie der scheidenden Premierministerin Sturgeon und will auch das Veto Großbritanniens in puncto Selbstbestimmungsgesetz anfechten.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.