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Queerfeindliche Gewalt in Deutschland: Neue Zahlen 2026

Welche Hilfe bekommen Opfer? Queerfeindliche Gewalt in Deutschland: Neue Zahlen 2026

tb - 24.02.2026 - 18:30 Uhr
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Die Zahl queerfeindlicher Straftaten in Deutschland steigt weiter. Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen 2026 und konkrete Anlaufstellen für Betroffene in Berlin, Köln und München. 

 

Queerfeindliche Gewalt 2026: Wie ist die Lage in Deutschland? 

 

Queerfeindliche Gewalt in Deutschland nimmt weiter zu. Das zeigen aktuelle Auswertungen von Polizei und Beratungsstellen. Besonders betroffen sind Großstädte mit sichtbarer Community, darunter Berlin, Köln und München. Neben körperlichen Angriffen registrieren Behörden vermehrt Bedrohungen, Beleidigungen und Hasskriminalität im digitalen Raum. 

Beratungsstellen berichten zudem von einer hohen Dunkelziffer. Viele Betroffene erstatten keine Anzeige aus Angst vor weiterer Diskriminierung oder fehlendem Vertrauen in Behörden. Gleichzeitig wächst der politische Druck, queere Menschen besser zu schützen. 

 

Berlin: Hohe Fallzahlen und spezialisierte Anlaufstellen 

 

Berlin gilt seit Jahren als Schwerpunkt bei der Erfassung queerfeindlicher Straftaten. Die hohe Sichtbarkeit der Community führt einerseits zu einer guten Meldequote, andererseits bleibt die Hauptstadt ein Brennpunkt für Hasskriminalität. 

Die Berliner Polizei führt eigene Ansprechpartner für LGBTIQ+-Belange. Opfer können sich direkt an die so genannten Ansprechpersonen für gleichgeschlechtliche Lebensweisen wenden. Zudem bietet die Landesstelle für Gleichbehandlung Unterstützung bei Diskriminierungsfällen. 

 

Wichtige Anlaufstellen in Berlin: 

 

  • MANEO, das schwule Anti Gewalt Projekt Berlin 
  • LesMigraS für lesbische, bisexuelle, trans und queere Personen 
  • Opferhilfe Berlin mit psychosozialer Beratung 
  • Online Anzeige über das Portal der Berliner Polizei 

 

Beratungsstellen betonen, dass eine Anzeige wichtig ist, auch wenn die Tat zunächst gering erscheint. Jede Meldung verbessert die statistische Erfassung und erhöht den politischen Handlungsdruck. 

 

Köln: Community-Stadt mit klarer Haltung 

Köln versteht sich als queere Hochburg. Dennoch kommt es auch hier regelmäßig zu Übergriffen, insbesondere im Umfeld von Szenevierteln und bei Großveranstaltungen. 

Die Polizei Köln hat ebenfalls feste Ansprechpartner für LGBTIQ+-Themen. Zusätzlich arbeitet sie eng mit lokalen Initiativen zusammen. Das Rubicon in Köln ist eine der wichtigsten Beratungsstellen für queere Menschen und bietet psychosoziale Unterstützung nach Gewalterfahrungen. 

 

Weitere Hilfsangebote in Köln: 

 

  • Rubicon Beratung und Krisenhilfe 
  • Aidshilfe Köln mit psychosozialem Support 
  • Opferschutz der Polizei Köln 
  • Anonyme Online Meldung über die Internetwache NRW 

 

Community-Vertreter weisen darauf hin, dass sich das Klima in den vergangenen Jahren spürbar verändert habe. Hass werde offener artikuliert, vor allem in Sozialen Netzwerken. Gleichzeitig sei die Solidarität innerhalb der Szene stark gewachsen. 

 

München: Steigende Sensibilität und neue Schutzkonzepte 

 

Auch in München steigt die Zahl gemeldeter queerfeindlicher Straftaten. Die bayerische Landeshauptstadt setzt verstärkt auf Prävention und Sichtbarkeit. Die Polizei München hat eigene Kontaktbeamte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen eingerichtet. 

Sub, das schwule Kommunikations und Kulturzentrum München, bietet Beratung und Begleitung für Betroffene. Zusätzlich unterstützt die Münchner Fachstelle gegen Diskriminierung bei rechtlichen Fragen. 

 

Hilfsangebote in München: 

 

  • Sub Beratung und Krisenintervention 
  • Münchner Fachstelle gegen Diskriminierung 
  • WEISSER RING Bayern 
  • Online Anzeige über die Bayerische Polizei 

 

Expertinnen und Experten betonen, dass gerade junge queere Menschen besonders vulnerabel seien. Präventionsarbeit in Schulen und Jugendeinrichtungen sei deshalb zentral. 

 

Warum steigen die Zahlen queerfeindlicher Straftaten? 

 

Fachleute nennen mehrere Gründe. Einerseits wächst die Sensibilität für das Thema, wodurch mehr Fälle gemeldet werden. Andererseits beobachten Beratungsstellen eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung. Queere Themen werden politisch stärker instrumentalisiert. Das kann sich in einem aufgeheizten Klima entladen. 

Hinzu kommt, dass queere Sichtbarkeit zunimmt. Mehr Pride Veranstaltungen, mehr Regenbogenflaggen, mehr offene Identitäten. Sichtbarkeit stärkt die Community, macht sie aber auch angreifbarer. 

 

Was Betroffene konkret tun können 

 

Wer Opfer queerfeindlicher Gewalt wird, sollte wenn möglich: 

 

  • Den Vorfall dokumentieren, Fotos machen, Zeuginnen und Zeugen notieren. 
  • Anzeige erstatten, auch online möglich. 
  • Eine Beratungsstelle kontaktieren. 
  • Ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, auch zur Beweissicherung. 
  • Unterstützung im Freundes oder Community Umfeld suchen. 

 

Viele Beratungsangebote arbeiten vertraulich und kostenlos. Niemand muss nach einem Übergriff allein bleiben. 

 

Politische Forderungen 2026 

 

Verbände fordern eine konsequentere Erfassung von Hasskriminalität, mehr Schwerpunktstaatsanwaltschaften und bessere Schulungen für Polizei und Justiz. Zudem stehen Präventionsprogramme in Schulen sowie der Schutz von Pride Veranstaltungen auf der politischen Agenda. 

Ob die Zahlen in den kommenden Jahren sinken, hängt nicht nur von Sicherheitskonzepten ab. Entscheidend ist auch das gesellschaftliche Klima. Klar ist: Sichtbarkeit bleibt notwendig, ebenso wie Solidarität und konsequente Strafverfolgung. 

 

FAQ: Queerfeindliche Gewalt in Deutschland 

 

Was zählt als queerfeindliche Gewalt? 

Dazu gehören körperliche Angriffe, Bedrohungen, Beleidigungen, Sachbeschädigungen oder digitale Hasskampagnen, wenn sie sich gegen sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität richten. 

 

Muss ich persönlich zur Polizei gehen? 

Nein. In Berlin, NRW und Bayern können Anzeigen auch online erstattet werden. Beratungsstellen begleiten auf Wunsch zur Polizei. 

 

Sind die Zahlen wirklich gestiegen oder wird nur mehr gemeldet? 

Beides spielt eine Rolle. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sowohl die tatsächlichen Vorfälle als auch die Anzeigebereitschaft zugenommen haben. 

 

Welche Stadt ist besonders betroffen? 

Großstädte wie Berlin, Köln und München verzeichnen viele Fälle, was auch an der hohen Sichtbarkeit und besseren Erfassung liegt. 

 

Wo finde ich sofort Hilfe? 

Neben lokalen Beratungsstellen helfen bundesweit der WEISSE RING sowie verschiedene queere Notfallnummern. In akuten Gefahrensituationen gilt immer der Notruf 110.

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