Direkt zum Inhalt

Wegen „LGBTI*-Propaganda“ Kriegskritischer russischer Journalist soll Strafe zahlen

Von co - 13.07.2022 - 13:00 Uhr
Kriegskritischer russischer Journalist soll Strafe zahlen
Foto: © instagram.com_yuridud.life
ANZEIGE
Loading audio player...

Der russische Journalist und Blogger Juri Dud (35) veröffentlicht seit 2017 in seiner YouTube-Show „vDud“ Dokumentarfilme, auch über politische Themen. Er ist einer der bekanntesten Medienleute Russlands. Mehr als 10 Millionen Menschen folgen seinen YouTube-Beiträgen. Jetzt wurde er von einem Gericht zu einer Strafzahlung von 120.000 Rubel (2.000 Euro) verurteilt. Zuvor hatte er sich kriegskritisch geäußert.

Urteile gegen Dud

Dud soll laut dem Spiegel „gegenüber Kindern Propaganda für nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen“ gemacht haben und somit gegen das Verbot von LGBTI*-Propaganda verstoßen haben, das seit 2013 existiert. Das Urteil basiert laut Menschenrechts-Anwalt Pavel Chikov auf einem Interview von 2021 mit dem schwulen russisch-brasilianischen Künstler und Regisseur Fyodor Pavlov-Andreevich. Im Gespräch kam dessen Homosexualität allerdings gar nicht zur Sprache. Schon im Oktober 2021 sollte Dud wegen „Drogenpropaganda“ 100.000 Rubel (1.700 Euro) Strafe zahlen. Nachdem er sich öffentlich gegen den „imperialen Rausch“ des Invasionskriegs gestellt hatte, wurde er Mitte April zum „ausländischen Agenten“ erklärt.

Bestrebungen für schärferes Verbot

Das Propaganda-Verbot soll nun noch erweitert werden. Bisher gilt es nur, wenn Kinder zum Publikum gehören – und das ist schon vage genug, um für alle möglichen Vorfälle herangezogen zu werden. Mit der Verschärfung könnte jeder Inhalt, auch in sozialen Netzwerken, als „Versuch der Werbung für Homosexualität“ ausgelegt werden. 

Anzeige

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.