Direkt zum Inhalt
Ungarn zieht sich aus dem Eurovision Song-Contest zurück
Rubrik

Verweigerte Teilnahme Ungarn zieht sich aus dem Eurovision Song-Contest zurück

co - 28.11.2019 - 13:00 Uhr

Ungarn wird im nächsten Jahr nicht am Eurovision Song-Contest teilnehmen. Offiziell wurden keine Gründe dafür genannt. Man vermutet jedoch, dass der Wettstreit der rechten Regierung des Landes und deren Medien-Chefs zu LGBTI*-freundlich sei.

Dieser Vermutung liegt nicht zuletzt deren gesteigerte homophobe Rhetorik zugrunde: Der amtierende Premierminister Viktor Orbán ist gegen Migration. Um dieser entgegenzuwirken führte er eine auf Reproduktion ausgelegte Familienpolitik ein. Diese unterstützt natürlich nur traditionelle Familien. Ein Sprecher des ungarischen Parlaments verglich Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare außerdem mit Pädophilie.

Ein Mitarbeiter des ungarischen öffentlich-rechtlichen Senders MTVA sagte dem Guardian, der Rückzug habe ihn nicht überrascht. Die Medien seien das Sprachrohr der Regierung: Mit Ausnahme der jährlichen Budapest Pride sei es ihnen untersagt, positive Berichte über LGBTI*-Rechte zu verbreiten.

Der regierungstreue TV-Kommentator András Bencsik begrüßte den Schritt und nannte Eurovision eine „homosexuelle Flotte“: Daran nicht teilzunehmen könne der geistigen Gesundheit des Landes nur zugute kommen.

Auch Interessant

Unbequem bis zum Ende

Larry Kramer starb mit 84 Jahren

Autor und Aktivist Larry Kramer war einer der ersten, die die Aids-Krise ernst nahmen und sich engagierten. Jetzt verstarb er im Alter von 84 Jahren.
Inter* und Wettbewerbssport

Inklusion im Berliner Fußball

In vielen Mannschaftssportarten sind inter- und transgeschlechtliche Personen nicht willkommen – ganz anders im Berliner Fußball.
Studie über Akzeptanz

Repräsentation stärkt Toleranz

LGBTI*-Personen in Werbe-Einblendungen, Fernsehserien und Filmen führen zu mehr Akzeptanz – das belegt nun eine neue Umfrage von GLAAD und P & G.
Neues Adoptionsgesetz

Neue Hürden für lesbische Paare

Das Gesetz soll unverheirateten Paaren mit Kindern aus einer vorherigen Partnerschaft helfen. Für verheiratete lesbische Paare wird es aber schwerer.
Die neue Ausgabe ist da

SCHWULISSIMO im Juni

Wuhuu! Die neue Ausgabe von SCHWULISSIMO ist da! Damit ist der Juni gerettet. Wir informieren Euch über die CSD-Saison und vielen weiteren Themen.
Versorgungslücke

Keine queere Selbsthilfegruppe

Um ihre an Brustkrebs erkrankte Partnerin nicht mit ihren eigenen Ängsten zu belasten, suchte eine Kölnerin nach einer Selbsthilfegruppe – vergebens.
Online-Umfrage

Situation für LGBTI* in Bayern

Etwa jede zweite LGBTI*-Person in Bayern hat schon einmal Diskriminierung erlebt. Die meisten Anfeindungen und Übergriffe gibt es in der Stadt.
Überraschender Wahl-Erfolg

Trans-Bürgermeisterin in Frankreich

Die 55-jährige Trans-Frau Maria Cau wurde am vergangenen Wochenende zur Bürgermeisterin des Städtchens Tilloy-lez-Marchiennes gewählt.
LGBTI*-Sichtbarkeit in Polen

Online-Paraden statt Corona-Frust

Das Verbot von Großveranstaltungen ist ein herber Schlag für die polnische LGBTI*-Community. Um sichtbar zu bleiben, marschiert man dort nun online.