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Vertuschung von Missbrauch Recherche-Team Correctiv veröffentlicht brisanten Bericht

Von ms - 20.03.2026 - 09:00 Uhr
Vertuschung von Missbrauchsfällen
Foto: iStock / bloodua
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Der Vatikan könnte nach Ansicht der Rechercheplattform Correctiv in mehreren Fällen von sexuellem Missbrauch versucht haben, die Taten zu vertuschen. In einem aktuellen Bericht stützt sich „Correctiv“ auf 20 Briefe von Bischöfen aus aller Welt, die dem Vatikan Missbrauchsfälle gemeldet hatten. Die Plattform wirft dem Vatikan vor, die Vorfälle nicht weiterverfolgt zu haben – im Gegenteil, in einigen Fällen seien Strafen aufgehoben und Informationen streng geheim gehalten worden.

Geheimarchiv für Missbrauchsfälle

Die Dokumente wurden im Rahmen einer Pflicht zur Meldung von Missbrauchsfällen in den Bistümern gesammelt, die 2001 eingeführt wurde. Laut „Correctiv“ wurden diese Meldungen in der zuständigen vatikanischen Behörde, der Glaubenskongregation, systematisch erfasst, aber nie öffentlich gemacht. Die Glaubenskongregation, heute als Dikasterium für die Glaubenslehre bekannt, gehörte bis zu seiner Wahl zum Papst 2005 zu Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., der diese Behörde mehr als 20 Jahre lang leitete. Ratzinger trat 2013 zurück und verstarb Ende 2022. 

„Bisher wurde als Reaktion auf die Missbrauchsskandale, die seit über 30 Jahren die katholische Kirche erschüttern, die Verantwortung für Vertuschung und Duldung vor allem bei den Bischöfen vor Ort gesucht. Die von Correctiv ausgewerteten Briefe zeigen jedoch, dass der Vatikan über den weltweiten Missbrauch Bescheid wusste und seit fast 100 Jahren in einem Geheimarchiv Informationen zum Missbrauch durch seine Priester sammelt“, so Correctiv. 

Beweise wurden vertuscht und vernichtet 

Papst Franziskus, Benedikts Nachfolger, erwähnte in seiner Autobiografie, die wenige Monate vor seinem Tod 2025 veröffentlicht wurde, eine „große weiße Kiste“ mit geheimen Dokumenten zu verschiedenen Skandalen der katholischen Kirche, die ihm von Benedikt überreicht worden sein soll. Ratzinger alias Papst Benedikt soll eine „besondere Rolle“ bei der Vertuschung innegehabt haben. Zudem betont das Recherche-Team: „Der Vatikan war seit den 1930er Jahren über Missbrauchstaten von Priestern informiert – und handelte oft gar nicht oder extrem verzögert.“ 

Laut „Correctiv“ deuten die durchgesehenen Unterlagen darauf hin, dass die Missbrauchsfälle in den vatikanischen Archiven verschwanden und Teil eines undurchsichtigen bürokratischen Systems wurden. Zudem soll der Vatikan auch angeordnet haben, sensible Unterlagen zu vernichten. Die Beweislage gegen den Vatikan scheint erdrückend, an der Recherche waren neben Correctiv auch mehrere internationale Zeitungen beteiligt, explizit der Boston Globe, El País, Observador und Casa Macondo. Weder der Vatikan noch Papst Leo XIV. waren bisher zu einer Stellungnahme bereit. 

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