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Urlaub fällt aus Rund 2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen müssen zuhause bleiben

Von ms - 28.08.2026 - 10:00 Uhr
Urlaub fällt aus
Foto: iStock / KatarzynaBialasiewicz
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Noch immer gelten in der Tourismus-Branche vor allem schwule Männer als besonders begehrt – nach dem Motto „Double Income, No Kids“ haben viele von ihnen genug Einkommen, um mehrfach im Jahr Urlaub machen zu können. Die andere Seite der Medaille? Jeder Fünfte von Ihnen (21%) kann das aus finanziellen Gründen nicht. Rund 2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen können sich gar keinen Urlaub leisten. 

Das Wichtigste im Überblick

  • 21 Prozent der Menschen in Deutschland konnten sich 2025 keine einwöchige Urlaubsreise leisten. 
  • Rund 2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen können sich aus finanziellen Gründen keinen Urlaub leisten.
  • Deutschland liegt damit unter dem EU-Durchschnitt von 28 Prozent und steht im Vergleich relativ gut da.
  • Besonders stark betroffen sind Menschen mit niedrigem Einkommen: Fast die Hälfte der einkommensschwächsten Gruppe (48%) kann sich keinen Urlaub leisten.
  • Singles (29%) sind deutlich häufiger betroffen als andere Haushaltsformen.

Jeder Fünfte ist betroffen

Zu diesem Ergebnis kommen die neuen Daten des Bundesamtes für Statistik. Eine Woche privat zu verreisen, ist für viele Menschen in Deutschland kaum möglich. Rund 21 Prozent der Bevölkerung lebte im Jahr 2025 in Haushalten, die sich nach eigener Einschätzung keine einwöchige Urlaubsreise leisten konnten. Mit Blick auf alle Bundesbürger, sind davon mehr als 17 Millionen Deutsche betroffen. 

Die gute Nachricht im Schlechten: Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit sogar gut da. In Deutschland können sich nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat anteilig deutlich mehr Menschen einen Urlaub leisten als im Durchschnitt aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union, hier bleibt eine Auszeit etwa 28 Prozent der EU-Bürger verwehrt. Zwischen den EU-Staaten gibt es deutliche Unterschiede. Am häufigsten konnten sich die Menschen in Rumänien (61%), Griechenland (47%) sowie Bulgarien und Ungarn (je 39%) keinen Urlaub leisten. Am seltensten war die Bevölkerung in Luxemburg (11%), Schweden (12%) und den Niederlanden (13%) betroffen.

Alleinverdiener und Singles stark betroffen

„Ob genügend Geld für einen Urlaub da ist, hängt erwartungsgemäß stark vom Einkommen ab. Das einkommensschwächste Fünftel der Bevölkerung hat ein Nettoäquivalenzeinkommen von maximal rund 1.600 Euro im Monat. Hiervon konnten sich 48 Prozent der Menschen 2025 nach eigenen Angaben keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Bei dem nächsthöheren Fünftel mit einem Einkommen zwischen rund 1.600 und höchstens rund 2.100 Euro waren es 28 Prozent. Auch bei höheren Einkommen gibt es Personen, die sich nach eigener Einschätzung keinen Urlaub leisten können, wobei der Anteil hier deutlich geringer ist“, so das Bundesamt für Statistik weiter. Das Nettoäquivalenzeinkommen ist ein bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen, um die Einkommenssituation in unterschiedlichen Haushaltszusammensetzungen vergleichbar zu machen. Ein Nettoäquivalenzeinkommen von beispielsweise 1.600 Euro entspricht bei einem Haushalt mit zwei Erwachsenen einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2.400 Euro (Gewichtungsfaktor 1,5). 

Haushalte, in denen höchstens eine Person Erwerbseinkommen beziehen kann, sind besonders häufig betroffen. So gaben beispielsweise unter den Alleinlebenden 29 Prozent an, sich keinen einwöchigen Urlaub leisten zu können. In Alleinerziehenden-Haushalten galt das für 39 Prozent der Menschen. Zum Vergleich: In Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder waren 16 Prozent der Menschen betroffen. In Haushalten mit zwei Erwachsenen mit Kindern waren 18 Prozent betroffen.

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