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UEFA bestraft Fußballfans Homophobe Gesänge kosten Lyon viel Geld

Von ms - 26.10.2026 - 10:00 Uhr
UEFA bestraft Fußballfans
Foto: IMAGO / Picture Point LE
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Homophobe Beleidigungen auf den Tribünen haben für den französischen Fußballverein Olympique Lyon jetzt finanzielle Konsequenzen. Die Europäische Fußball-Union UEFA hat den Club zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Darüber hinaus droht eine teilweise Sperrung des Stadions, sollte es innerhalb der kommenden zwei Jahre erneut zu entsprechenden Vorfällen kommen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Strafe wegen Homophobie: Die UEFA hat Olympique Lyon wegen homophober Fangesänge während eines Europa-League-Spiels gegen Crystal Palace mit einer Geldstrafe von 20.000 Euro belegt.
  • Erzrivale beleidigt: Die diskriminierenden Rufe richteten sich nicht gegen den englischen Gegner, sondern gegen den französischen Rivalen AS Saint-Étienne.
  • Stadionsperre auf Bewährung: Die UEFA ordnete eine teilweise Schließung der Nordkurve an. Die Maßnahme wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.
  • Weitere Vereine betroffen: Auch Real Madrid und Cardiff City wurden bereits wegen homophober Gesänge ihrer Anhänger bestraft.
  • Kritik an der FIFA: Dem Weltfußballverband wird vorgeworfen, bei vergleichbaren Vorfällen während der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko nicht konsequent eingeschritten zu sein.

Homophobe Gesänge

Auslöser der Sanktionen waren diskriminierende Fangesänge beim Europa-League-Spiel gegen den englischen Club Crystal Palace am 15. Oktober 2026. Die Partie im Groupama Stadium endete mit einem 3:2-Erfolg für Lyon. Die Gesänge richteten sich allerdings nicht gegen die englischen Gäste. Stattdessen nahmen Teile der Lyoner Anhängerschaft den französischen Erzrivalen AS Saint-Étienne ins Visier, der inzwischen in der zweiten Liga spielt. Der Vorfall ereignete sich in der Nordkurve des Stadions, dem sogenannten Virage Nord. Besonders auffällig war der Zeitpunkt: Die homophoben Rufe ertönten in der 42. Spielminute. Die Zahl 42 steht für das französische Département Loire, in dem die Stadt Saint-Étienne liegt. Die Wahl des Zeitpunkts war damit eine gezielte Anspielung auf den langjährigen Rivalen.

Wird die Nordkurve geschlossen?

Die UEFA gab daher jetzt ihre Entscheidung bekannt. Der europäische Fußballverband wertete das Verhalten der Lyoner Anhänger als „diskriminierendes Verhalten“ und verwies ausdrücklich auf die „homophoben Gesänge“. Die Disziplinarkommission verhängte deshalb neben der Geldstrafe eine weitere Sanktion: Bei einem künftigen Europa-League-Heimspiel sollen Teile der Nordtribüne geschlossen bleiben. Betroffen sind die Stadionblöcke 002, 003 und 004 des Virage Nord. Die Maßnahme wurde für die nächste europäische Heimpartie gegen Lilleström am 26. November angeordnet.

Allerdings muss Lyon die Tribünenbereiche vorerst nicht tatsächlich schließen. Die UEFA setzte die Sanktion zur Bewährung aus. „Diese teilweise Stadionsperre wird für eine Bewährungszeit von zwei Jahren ab dem Datum dieser Entscheidung ausgesetzt“, erklärte der Verband. Sollten die Anhänger während dieses Zeitraums erneut durch vergleichbare homophobe Gesänge auffallen, kann die ausgesetzte Sperre wirksam werden. Die Entscheidung bedeutet damit nicht nur eine unmittelbare finanzielle Belastung für den Verein. Sie setzt auch die Clubführung unter Druck, weitere diskriminierende Vorfälle auf den Rängen zu verhindern.

Vorfälle bei anderen Klubs 

Der Fall wirft erneut die Frage auf, wie Fußballverbände und Vereine mit diskriminierendem Verhalten von Zuschauern umgehen und welche Konsequenzen entsprechende Vorfälle haben müssen.  Olympique Lyon ist nicht der einzige europäische Fußballclub, dessen Anhänger durch homophobe Gesänge aufgefallen sind. Erst kürzlich wurde Real Madrid von der UEFA mit einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro belegt. Hintergrund waren homophobe Rufe von Fans des spanischen Vereins gegen Trainer Pep Guardiola. Real Madrid akzeptierte die Entscheidung zunächst nicht und wandte sich an den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Der Einspruch blieb jedoch erfolglos, sodass die Strafe bestehen blieb.

Auch in Großbritannien wurden vergleichbare Vorfälle geahndet. Der englische Fußballverband Football Association verhängte gegen Cardiff City eine Sanktion wegen homophober Gesänge von Anhängern. Besonders deutlich positionierte sich zudem der walisische Verein Wrexham. Die Verantwortlichen warnten ihre Fans ausdrücklich vor diskriminierenden und hasserfüllten Rufen. Wer sich an entsprechenden Gesängen beteilige, müsse mit Konsequenzen rechnen. Dazu könnten Stadionverbote, Strafanzeigen und sogar Festnahmen gehören.

FIFA in der Kritik

Während die UEFA gegen mehrere europäische Vereine Sanktionen verhängt hat, steht der Weltfußballverband FIFA wegen seines Umgangs mit vergleichbaren Vorfällen in der Kritik. Bei der jüngsten Fußball-Weltmeisterschaft, die Spanien gewann, kam es ebenfalls zu Diskussionen über diskriminierendes Verhalten. Nach Angaben der FIFA war die französische Nationalmannschaft während des Turniers in sozialen Netzwerken besonders häufig Ziel von Beleidigungen. Zudem wurden bei Spielen im Gastgeberland Mexiko homophobe Fangesänge registriert. Dem Weltverband unter Präsident Gianni Infantino wird vorgeworfen, auf diese Vorfälle nicht mit angemessenen Sanktionen reagiert zu haben. Trotz der diskriminierenden Rufe seien Strafen gegen die mexikanischen Gastgeber ausgeblieben.

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