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Überfall auf Asylbewerber
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Überfall auf Asylbewerber Scharfe Kritik an Behörden in den Niederlanden

ms - 17.08.2026 - 13:30 Uhr
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Ein schwuler Asylbewerber aus Gaza ist nach Angaben einer Unterstützerorganisation in der niederländischen Asylunterkunft Ter Apel schwer angegriffen worden. Der Mann soll Ende letzter Woche vor dem Haupteingang des Aufnahmezentrums von drei anderen Männern mit einer Fahrradkette attackiert worden sein.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein schwuler Asylbewerber, der aus Gaza geflohen ist, soll vor der niederländischen Asylunterkunft in Ter Apel schwer angegriffen worden sein.
  • Drei Männer sollen ihn mit einer Fahrradkette attackiert haben.
  • Nach Angaben des Betroffenen sollen Sicherheitskräfte den Angriff beobachtet, aber nicht eingegriffen haben.
  • Der Mann soll später in der Unterkunft erneut einem seiner mutmaßlichen Angreifer begegnet sein.
  • LGBT Asylum Support wirft den zuständigen Behörden schwere Versäumnisse bei Schutz, medizinischer Versorgung und rechtlicher Unterstützung vor.
  • Die Organisation spricht von einem „totalen Verstoß gegen die gesetzliche Aufnahme- und Fürsorgepflicht“.
  • Es soll bereits der dritte schwere Gewaltvorfall gegen einen schwulen Asylsuchenden innerhalb kurzer Zeit sein.

Vorwürfe gegen Sicherheitskräfte

Nach Angaben des Betroffenen und der Organisation LGBT Asylum Support sollen die mutmaßlichen Angreifer aus Algerien stammen. Der Mann lebt demnach mit seinem Partner in der Unterkunft. Die Organisation sieht in dem Vorfall zugleich ein schweres Versagen der für den Schutz und die Betreuung des Asylsuchenden verantwortlichen Stellen. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Sicherheitsmitarbeiter hätten den Angriff mitbekommen, ohne einzugreifen. Der Betroffene schilderte die Situation mit den Worten: „Was mich noch mehr schockiert hat, ist, dass ich das Gefühl hatte, die Sicherheitskräfte würden aus der Entfernung zusehen, aber niemand griff ein.“

Noch in derselben Nacht sei es zu einer weiteren belastenden Situation gekommen. Der schwule Mann traf innerhalb der Unterkunft in Ter Apel nach eigenen Angaben erneut auf einen der mutmaßlichen Angreifer. LGBT Asylum Support informierte daraufhin nach eigenen Angaben unverzüglich die Zentrale Agentur für die Aufnahme von Asylsuchenden (COA). Dennoch habe es zwei vollständige Tage gedauert, bis die Behörde Kontakt zu dem Betroffenen aufgenommen habe. Die Unterstützerorganisation habe zwischenzeitlich mehrfach nachgehakt und den Fall weitergeleitet.

Schweres Behördenversagen?

LGBT Asylum Support kritisiert den Umgang der zuständigen Stellen mit dem Fall scharf. Die Organisation sieht eine Reihe von Versäumnissen, die ihrer Einschätzung nach „an eine aktive Behinderung der Justiz grenzt“. So habe ein Mitarbeiter des COA den Betroffenen nach Angaben der Organisation nicht darüber informiert, dass er wegen des Angriffs eine Anzeige bei der Polizei erstatten könne. Auch bei der medizinischen Versorgung erhebt die Organisation Vorwürfe. Der Dienst Healthcare for Asylum Seekers (GZA) habe demnach eine Untersuchung der Verletzungen abgelehnt.

Für LGBT Asylum Support ist besonders problematisch, dass der Betroffene nach dem Angriff am selben Ort bleiben musste wie die mutmaßlichen Täter. Gleichzeitig seien ihm nach Darstellung der Organisation sowohl medizinische Hilfe als auch Informationen über rechtliche Möglichkeiten verwehrt worden. Dies stelle aus Sicht der Gruppe einen „totalen Verstoß gegen die gesetzliche Aufnahme- und Fürsorgepflicht“ gegenüber schutzbedürftigen LGBTIQ+-Asylbewerbern dar.

Sicherheit homosexueller Menschen

Die Sicherheit schwuler und lesbischer Menschen in niederländischen Asylunterkünften beschäftigt Unterstützer- und Menschenrechtsorganisationen bereits seit Längerem. Besonders die häufig überfüllte Unterkunft in Ter Apel steht dabei im Fokus. Der jüngste Angriff verdeutliche nach Ansicht von LGBT Asylum Support erneut strukturelle Probleme. Schutzbedürftige Menschen seien Gewalt ausgesetzt, während es zugleich an ausreichendem Schutz und Unterstützung fehle. Es soll bereits der dritte schwere Gewaltvorfall gegen einen schwulen Asylbewerber vor Ort sein. 

Die Organisation hat nach dem Angriff und dem aus ihrer Sicht unzureichenden Vorgehen der Behörden Kontakt zum örtlichen Polizeibeamten für die Gemeinwesenarbeit aufgenommen. Zudem wurde der Bürgermeister von Westerwolde über den Fall informiert. LGBT Asylum Support kündigte darüber hinaus an, einen dringenden Brief an den zuständigen Minister sowie an das niederländische Parlament zu richten. Die Organisation fordert Aufklärung über den Umgang mit dem Angriff und eine Übernahme der Verantwortung durch die zuständigen Stellen.

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