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Steam-Zensur in China Massive Kritik an digitaler Spiele-Plattform

Von ms - 06.07.2026 - 11:30 Uhr
Steam-Zensur in China
Foto: IMAGO / Zoonar
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Mehreren Medienberichten zufolge soll die Spieleplattform Steam Inhalte mit LGBTIQ+-Bezug in China nur noch stark eingeschränkt ihren Kunden zugänglich machen, um offenbar gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Hintergrund sind die strengen Regeln des Landes im Umgang mit entsprechenden Inhalten. Zugleich wird darauf verwiesen, dass die Plattform bereits in der Vergangenheit Anpassungen an staatliche Vorgaben vorgenommen habe.

Das Wichtigste im Überblick

  • Berichte über Einschränkungen von LGBTIQ+-Inhalten auf Steam in China
  • Betroffen ist laut Nutzern vor allem die Such- und Filterfunktion
  • Fehlermeldung verweist auf „lokale Gesetze und Vorschriften“
  • LGBTIQ+-Inhalte sollen weiterhin über Umwege auffindbar sein
  • Unternehmen Valve hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert
  • Kritik: Erschwerter Zugang zu queerer Repräsentation in Games

Wie weit gehen die Einschränkungen?

Erste Hinweise auf mögliche Probleme kamen von einem Nutzer namens Neha auf der Plattform Resetera. Dort wurde ein Screenshot von Steam veröffentlicht, der eine Fehlermeldung auf Chinesisch zeigt. Diese lautet in der Übersetzung: „Beim Verarbeiten Ihrer Anfrage ist ein Fehler aufgetreten: Der Inhalt dieser Seite wurde als unangemessen eingestuft, da er gegen lokale Gesetze und Vorschriften verstößt und daher von Ihrem aktuellen Standort aus nicht angezeigt werden kann.“ Daraufhin meldeten sich zahlreiche weitere Nutzer, die sehr ähnliche Erfahrungen gemacht haben sollen. Eine Stellungnahme des Unternehmens Valve, das Steam betreibt, liegt bislang nicht vor.

Während einige Berichte behaupten, LGBTIQ+-Inhalte seien in China inzwischen vollständig blockiert, deuten andere Darstellungen auf eine begrenztere Einschränkung hin. Demnach betreffe die Sperre vor allem die Such- und Filterfunktion der Plattform. Die Fehlermeldung erscheine insbesondere dann, wenn gezielt nach Spielen mit LGBTIQ+-Inhalt gesucht werde. Bei anderen Suchwegen seien entsprechende Titel jedoch weiterhin auffindbar und spielbar.

Plattform beschränkt eigene Nutzer 

Trotz dieser Einschränkung wird die Entwicklung als problematisch bewertet. Homosexualität ist in China zwar seit 1997 nicht mehr strafbar, dennoch unterliegt die Darstellung von LGBTIQ+-Themen starken Beschränkungen. Kritiker sehen in der neuen eingeschränkten Suchfunktion eine Hürde für queere Nutzerinnen und Nutzer, die gezielt nach Repräsentation in Videospielen suchen. Hinzu kommt, dass die Warnmeldung direkt innerhalb der Plattform erscheint und nicht über externe Internetfilter ausgelöst wird. Damit wird Steam selbst Teil der Umsetzung der Einschränkungen.

Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass solche Anpassungen im internationalen Geschäft nicht ungewöhnlich seien. Große Medienunternehmen würden Inhalte häufig für den chinesischen Markt verändern oder reduzieren, um wirtschaftliche Interessen nicht zu gefährden. China gilt als wichtiger Absatzmarkt für Spiele und Filme. Die aktuellen Einschränkungen stehen zudem im Zusammenhang mit früheren Fällen von Zensur auf der Plattform in anderen Ländern. So berichtete etwa PC Gamer im Jahr 2024, dass in Russland über 260 Inhalte aus dem Steam-Angebot entfernt worden seien, nachdem die Medienaufsicht Roskomnadzor sie als „illegale Inhalte“ eingestuft habe. Auch wurde ein Spiel mit LGBTIQ+-Bezug, „Flick Solitaire“, nach Angaben von Branchenberichten entfernt, nachdem russische Behörden es beschuldigt hatten, „nicht-traditionelle Beziehungen“ zu fördern.

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