Statement gegen Hass Der Chef des Fußballvereins Nizza stellt sich gegen Homophobie
Homophobie ist in der Welt des Fußballs leider bis heute nach wie vor weit verbreitet und immer wieder kommt es dabei auch zu schwulenfeindlichen Gesängen von Fans während der Spiele. So passiert zuletzt beim Heimspiel des Fußballclubs Nizza gegen die Mannschaft aus Paris. Das allerdings ließ der Fußballkapitän Jonathan Clauss nicht unkommentiert durchgehen und setzte jetzt ein starkes Statement.
Homophobe Beleidigungen
Während dem Spiel der beiden französischen Teams kam es mehrfach zu ungewollten Unterbrechungen, weil Fans aus Nizza beleidigende Sprechchöre gegen die Gastspieler angestimmt hatten, darunter den Satz: „Die Pariser sind alle Schwuchteln“. Die mehrfachen Pausen hatten Konsequenzen, die beiden Mannschaften kamen aus dem Tritt, Nizza kassierte einen Elfmeter.
Nach wiederholten Verwarnungen durch den Schiedsrichter und Stadiondurchsagen wandte sich schlussendlich auch Fußballkapitän und Rechtsverteidiger Jonathan Clauss direkt an die eigenen Fans und forderte sie auf, endlich damit aufzuhören. Nach dem Spiel erklärte der Fußballprofi außerdem: „Es gibt Dinge, die in einem Fußballstadion nichts zu suchen haben, genauso wenig wie im Alltag. Wir sind sehr froh, dass die Fans jedes Wochenende da sind... Aber solche Parolen? Nein!“ Dem Verein drohen nun mögliche Sanktionen, darunter Geldstrafen oder die vorübergehende Schließung der Fan-Kurve im Stadion, aus denen die Sprechchöre kamen.
Homophobie ist nicht akzeptabel
Frankreich steht dabei immer wieder vor solchen Problemen, weswegen aktuell sowohl bei den Klubs wie auch in der Regierung stärkere Sanktionen besprochen werden. Die französische Sportministerin Marie Barsacq erklärte in diesem Jahr, dass die Homophobie im französischen Fußball stark zugenommen habe und beteuerte: „Der Fußball hat eine riesige Plattform, und der französische Fußballverband ist entschlossen, dieses Thema auf die Agenda der Vereine und Fans zu setzen. Homophobe Beleidigungen und Verhaltensweisen sind nicht mehr akzeptabel. Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt, und die Sprache im Fußball muss sich mit ihr ändern. Es gibt eine ganze Reihe von Sanktionen, und diese müssen auch angewendet werden.“