Direkt zum Inhalt
Das erste queere Museum öffnet seine Tore // queerbritain.org.uk
ANZEIGE

Startschuss fürs britische LGBTI*Museum Ein Museum zur rechten Zeit: Die Probleme der LGBTI*-Community sind groß

ms - 05.05.2022 - 15:10 Uhr
Loading audio player...

Ein gewisses Gespür fürs perfekte Timing kann man dem Team des ersten britischen Museums rund um die LGBTI*-Community der Insel nicht absprechen – gleichzeitig zu den Regionalwahlen öffnet Queer Britain heute seine Tore.

Während in der Downing Street 10 im Amtssitz von Premierminister Boris Johnson die Katerstimmung aufgrund eines höchstwahrscheinlich schlechten Abschneidens der Konservativen Partei immer größer werden dürfte, wird einige Kilometer weiter im Herzen von London gefeiert.

Am Granary Square in King´s Cross werden heute Prominente, Politiker und LGBTI*-Interessierte zur großen, feierlichen Eröffnung erwartet. Kurz vor der Eröffnung zeigte sich bereits der Direktor von Queer Britain, Joseph Galliano, sichtlich stolz:

"Es ist an der Zeit, dass das Vereinigte Königreich ein LGBTI*-Museum für alle hat.“ Und Kollegin Lisa Power ergänzt: "Ich freue mich sehr, dass Queer Britain endlich einen Raum bekommt, in dem wir zeigen können, was wir können, und dass wir für die gesamte Community da sind, von alten lesbisch-feministischen Haudegen wie mir bis hin zu jungen queeren Menschen aller Geschlechter und Ethnien. Queer Britain hat sich zum Ziel gesetzt, unsere zahlreichen und unterschiedlichen Geschichten zu erzählen, und jetzt haben wir ein Zuhause, von dem aus wir das tun können.“

 

Die Vorbereitungen für das Museum begannen 2018. Heute umfasst die Einrichtung vier Galerien, eine Werkstatt, einen Bildungsraum und einen Geschenkeladen. Der Eintritt ist kostenlos. Finanziert wird das Museum vom Art Fund und zahlreichen Spenden. Nebst den aktuellen Ausstellungen verfügt das Museum auch über ein reichhaltiges Archiv, das für die Öffentlichkeit sowie für Forscher zugänglich bleiben soll.

In wechselnden Ausstellungen soll ab heute die ganze Bandbreite des queeren Lebens in Großbritannien angemessen zur Geltung kommen.

Die britische Presse ist sich schon jetzt sicher, dass das Museum dabei genau zur richtigen Zeit kommt – nicht nur wegen den heutigen Wahlen in Großbritannien, sondern vor allem auch wegen den zahlreichen Problemen, denen sich die queere Community des Landes aktuell stellen muss.

Der Streit um ein Verbot von Konversionstherapien mit oder ohne die Einbindung von trans-Menschen hat die Community aktuell entzweit, zudem steigt die Zahl der Hassverbrechen gegenüber queeren Menschen ebenso an wie die Homophobie innerhalb der britischen Polizei, insbesondere bei der Met Police in der Hauptstadt.

Vielleicht kann der Blick zurück auf die bewegte Geschichte der LGBTI*-Community im Vereinigten Königreich ein Stück weit zur Befriedung von innergemeinschaftlichen Konflikten auf der einen Seite und zu einem Erkenntnisgewinn sowie einen Sensibilisierungsprozess außerhalb der Community beitragen. Das Ziel ist jedenfalls abgesteckt – das Team von Queer Britain hofft auf rund 26.000 Besucher im ersten Jahr.   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Unsicherheit beim ESC

Sender kämpfen ums Überleben

Wirtschaftliche und politische Veränderungen bei mehreren Rundfunkanstalten könnten die ESC-Teilnahmen einiger Länder für 2027 gefährden.
US-Athlet Jacob Harmon

Offen auf der Matte und im Leben

Der offen schwule Turner Jacob Harmon erfüllte sich seinen College-Traum und möchte jetzt anderen jungen LGBTIQ+-Sportlern Mut machen.
Amnesty kritisiert J.K.Rowling

Frauenhilfszentrum im Fokus

Amnesty International UK stuft J. K. Rowlings Krisenzentrum für Frauen als „rechtefeindlich“ ein und löst damit erneut eine Debatte aus.
Eklat bei der L.A. Police

Homophobe Polizisten im Fokus

Ein LAPD-Beamter könnte angeklagt werden, nachdem er Kollegen bei homophoben, rassistischen und sexistischen Aussagen aufgenommen hat.
Sam Neill ist tot

Ein Star mit Haltung

Schauspieler Sam Neill ist mit 78 Jahren gestorben. Neben seiner Filmkarriere wurde er auch für seine Unterstützung der LGBTIQ+-Community geschätzt.
Spätes Urteil nach Jahrzehnten

Mord mit homophobem Hintergrund

Nach mehr als 40 Jahren sind zwei Brüder wegen des Mordes an dem schwulen Beamten Anthony Littler verurteilt worden.
Bromance bei der WM

Freundschaft trotz Viertelfinale

Nach dem WM-Viertelfinale zwischen England und Norwegen sorgen Erling Haaland und Jude Bellingham mit ihrer Freundschaft für Aufmerksamkeit.
Historische Klage in Botswana

Lesbisches Paar kämpft weiter

Zwei Frauen kämpfen vor Botswanas Oberstem Gericht um die Anerkennung ihrer Ehe – ein Verfahren mit Signalwirkung für ganz Afrika.
Schwerbehindert und LGBTIQ+

Viele leben doppelt benachteiligt

Millionen Menschen leben mit einer Schwerbehinderung. Hunderttausende LGBTIQ+-Personen kämpfen dabei zudem mit mehrfachen Diskriminierungserfahrungen.