Spionage an der Schule Schuldirektor lässt Schüler im Privatleben von Lehrern herumschnüffeln
Einmal mehr zeigen eine australische Schule und ihre Leitung ihre hässliche Fratze der Homophobie und es ist nicht wirklich verwunderlich, dass wir es abermals mit einer streng religiösen Schule zu tun haben. Dieses Mal dreht es sich um das Livingstone Christian College in Ormeau im Bundesstaat Queensland, wunderschön gelegen an der sogenannten Goldküste. Rund 1.300 Schüler besuchen die Bildungseinrichtung. Die Schulleitung hat dabei eine sehr ähnliche Erklärung zum Thema Glauben und Homosexuelle herausgegeben, wie jene, die Anfang des Jahres am Citipointe Christian College für Kontroversen gesorgt hatte. Der Direktor der religiösen Schule in Queensland hat nun Schüler befragt, ob sie wüssten, ob eine Lehrerin einen Freund habe oder nicht, denn es steht zu befürchten, dass die betreffende Lehrerin ansonsten einen Lebensstil führen könne, der gegen die "biblischen Moralvorstellungen" verstoßen würde.
Erstmals über den Fall berichtet hat der australische Guardian, dem zahlreiche E-Mails und andere Informationen vorliegen, die den Fall offenbar sehr eindeutig dokumentieren und belegen – immer wieder soll der Direktor des Colleges, Stephen Wilson, Schüler dazu aufgefordert haben, im Privatleben der Lehrerin herumzuspionieren. Zunächst stand der Verdacht im Raum, die Lehrerin könne lesbisch sein, bis sie einer Schulklasse im Vertrauen erzählt haben soll, sie sei unverheiratet, lebe aber mit ihrem Partner zusammen. Beides verstößt dabei klar gegen die christlichen Richtlinien der Bildungseinrichtung, die unter anderem besagen: "Die Ehe ist der einzige Rahmen, in dem die menschliche Sexualität zum Ausdruck kommen und sexuelle Intimität erfahren werden soll".
Nachdem die Schüler offensichtlich schwiegen, bat der Direktor die Lehrerin schlussendlich zu einem Gespräch und leitete gleichzeitig eine offizielle Untersuchung gegen die Fachkraft ein. Die Lehrerin bestritt, jemals eine solche Aussage vor ihrer Klasse gemacht zu haben, was den Direktor aber nicht zufriedenstellte. Schlussendlich kündigte die Englischlehrerin jetzt mit der Begründung, sie sehe sich nicht weiter in der Lage, an der Schule zu arbeiten. Im Nachhinein stellte sich nach Angaben des Guardians heraus, dass die Hetzjagd auf die Lehrerin von den Eltern eines einzigen Schülers ins Rollen gebracht worden war, die sich wiederholt gegen “Unzucht“ außerhalb der Ehe und gegen Homosexualität ausgesprochen hätten.