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Lesbische US-Basketballerin zu neun Jahren Haft verurteilt
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Schau-Prozess in Moskau Russland will Freilassung von russischen Mördern erpressen

ms - 05.08.2022 - 11:00 Uhr
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Die lesbische US-Basketballerin Brittney Griner wurde vor einem russischen Gericht jetzt zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt. Die Urteilsbegründung lautet auf vorsätzlichen illegalen Drogenbesitz. Die 31-jährige Amerikanerin war bei der Einreise nach Russland am Moskauer Flughafen Scheremetjewo kontrolliert worden, dabei stellten die Beamten 0,5 Gramm medizinisches Marihuana sicher, die Griner versehentlich mit sich führte,  um die Schmerzen ihrer chronischen Verletzungen zu lindern. Sie habe vor der Abreise in Eile gepackt und dabei das Marihuana übersehen, so Griner. Konkret handelt es sich um sogenannte Vape-Kartuschen und ein Haschisch-Öl – eine Behandlungsmethode, die bei Spitzensportlern weit verbreitet und in den USA auch legal ist. In Russland ist Cannabis dagegen sowohl im medizinischen wie privaten Bereich streng verboten.

International wurde das Verfahren früh als Schau-Prozess definiert, der die angespannten Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Rücken der Sportlerin veranschaulicht. Griner wurde von Seiten Russlands vorgeworfen, sie habe als Drogenschmugglerin fungiert. Mehrfach bekundete die Spitzensportlerin, dass sie einen “Fehler“ gemacht habe und fügte unter Tränen hinzu: "Ich hoffe, dass das Urteil nicht mein Leben beendet!“ Seit rund fünfeinhalb Monaten sitzt sie inzwischen in Untersuchungshaft. Das Gericht im Norden von Moskau blieb bei seinem Urteilsspruch nur knapp hinter den Forderungen der Staatsanwaltschaft mit neuneinhalb Jahren, zudem muss Griner eine Geldstrafe von umgerechnet rund 16.000 Euro bezahlen.  

US-Präsident Joe Biden sprach in einer ersten Stellungnahme von einer “inakzeptablen Entscheidung" und forderte Russland auf, die lesbische Sportlerin "unverzüglich freizulassen, damit sie wieder mit ihrer Frau, ihren Verwandten und Teamkollegen vereint werden kann". Zuvor hatte Biden bereits Griners Ehefrau Cherelle telefonisch seine Hilfe zugesagt. Politische Beobachter gehen davon aus, dass der Schau-Prozess nur dazu dient, um einen Gefangenenaustausch zwischen Russland und Amerika anzustoßen. Nebst Griner soll der ebenso in Russland inhaftierte US-Soldat Paul Whelan freigelassen werden, im Gegenzug fordert die russische Regierung unter anderem die Übergabe des Russen Vadim K., der in Deutschland aufgrund des Berliner Tiergarten-Mordes eine lebenslange Haftstrafe verbüßt. 

Griner gilt als eine der besten Basketballerinnen in der Frauen-Profiliga WNBA der Vereinigten Staaten, sie gewann mehrfach im Team nationale und internationale Meisterschaften und kann zudem auf zwei Olympiasiege sowie zweimal Gold bei Weltmeisterschaften zurückblicken. Seit rund sieben Jahren spielt sie auch beim russischen Verein UGMK Jekaterinburg und gewann mit diesem viermal die Euroleague.

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