Direkt zum Inhalt

Schadenersatz nach Demo Russische LGBTI*-Demonstrantin wird entschädigt

Von co - 03.12.2020 - 13:00 Uhr
Russische LGBTI*-Demonstrantin wird entschädigt
Foto: © LenaKozlova
ANZEIGE
Loading audio player...

Im Oktober 2013 wollte eine Frau an einer LGBTI*-Demonstration in Sankt Petersburg teilnehmen. Dabei trafen sie und ihre Begleitung auf aggressiv auftretende Gegendemonstranten. Obwohl zahlreiche Polizisten vor Ort waren, schritten sie nicht ein: Weder wurde De-Eskalation betrieben, noch wurde die Veranstaltung beschützt. Stattdessen habe man die Frau wegen angeblicher Ordnungswidrigkeiten festgenommen und zur Polizeiwache gebracht. Erst später am Tag durfte sie wieder gehen.

Jetzt urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in dem Fall: Russland schuldet seiner Bürgerin nun 10.000 Euro Schadenersatz wegen dem unzureichenden Schutz durch die Polizei und die ungerechtfertigte Festnahme. Laut evangelisch.de habe der Staat ihre Rechte auf Versammlungsfreiheit und persönliche Freiheit verletzt und außerdem das Diskriminierungsverbot missachtet. Staatliche Stellen müssten die Versammlungsfreiheit gegebenenfalls auch aktiv durchsetzen. Dass man Versammlungen nicht behindere, genüge keineswegs – man müsse auch gewährleisten, dass Demonstrierende ohne Angst vor potenziell gewalttätigen Gegendemonstranten an solchen Veranstaltungen teilnehmen können.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Frankfurter Allgemeine ZeitungGriechenland: Zwölf Migranten bei zwei Bootsunglücken ums Leben gekommentazDurchsuchung in Berlin-Kreuzberg: Polizei razzt queeres ZentrumBerliner Morgenpost„Hormone für alle“: Spontane Versammlung nach LKA-Durchsuchung in KreuzbergWDRQueere Menschen wollen kein Feindbild seinAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Razzia in queerem Zentrum

Protest nach Einsatz in Berlin

Eine Polizeidurchsuchung im queeren Zentrum Casa Kuà in Berlin-Kreuzberg löst Proteste aus. Die Linke kritisiert den Einsatz scharf.
LGBTIQ+-Schutz in der Ukraine

Queere Community bleibt skeptisch

Die Ukraine plant einen besseren Schutz von LGBTIQ+-Menschen. Doch frühere Gesetzesvorhaben und fehlende Partnerschaftsrechte sorgen für Zweifel.
Israel wählt neue Knesset

LGBTIQ+-Rechte unter Druck

Vor der Parlamentswahl in Israel stehen die Zukunft Netanjahus, der Krieg in Gaza und der Schutz von LGBTIQ+-Menschen im Mittelpunkt.
Scharfe Kritik von UN-Experten

Angriffe auf LGBTIQ+ in der Türkei

18 UN-Menschenrechtsexperten verlangen ein Ende der Maßnahmen gegen LGBTIQ+-Aktivisten in der Türkei und warnen vor Einschränkungen der Grundrechte.
Urteil gegen Moldau

EU-Gerichtshof verhängt Geldstrafe

Moldau muss eine LGBTIQ+-Organisation entschädigen, weil Behörden einen Pride-Marsch nach Drohungen von Gegnern eingeschränkt hatten.
Viel Widerstand in Berlin

Rot-Grün-Rote Koalitionspläne

In Berlin wollen Linke, Grüne und SPD gemeinsam regieren. Doch Kritik aus der Bundes-SPD belastet die Gespräche über das Bündnis.
Triumph in Roanne

Mika Brunold dreht das Finale

Mika Brunold gewinnt in Roanne nach Satzrückstand. Für den offen schwulen Schweizer ist es der zweite Challenger-Titel in gut einem Monat.
Keine Scham im Wahlkampf

Gallant kontert den Fotowirbel

Alte Fetischfotos sollten Chris Gallant schaden. Jetzt setzt der schwule US-Kandidat auf Offenheit – und einen frechen Wahlkampfslogan.
177 Jahre nach seinem Tod

Die Debatte um seine Männerlieben

Am 17. Oktober 1849 starb Frédéric Chopin. Seine Briefe an Männer berühren bis heute – und sorgen weiter für Streit in der Forschung.