Russische „Soviet Man“-Umfrage Einschätzungen zur sozialen Distanz
Im Februar befragte die nicht-staatliche Organisation Levada Center 1.614 Menschen aus ganz Russland zu ihrer Haltung gegenüber Randgruppen und Kriminellen. Dabei kam heraus: Ein Fünftel der Befragten wollen Schwule und Lesben „eliminieren“. Ein Drittel will LGBTI*-Personen von der restlichen Gesellschaft abgrenzen; ein anderes Drittel will sie sich selbst überlassen. Neun Prozent fanden die Frage schwierig zu beantworten und nur weitere neun Prozent wollten die Community unterstützen. Ähnlich wenig Unterstützung gab es für Feministinnen. Am besten kamen Obdachlose, HIV-Positive, Alkoholiker und Schwerstbehinderte weg – diesen wollen meisten Befragten helfen. Schlechter als LGBTI*-Personen dagegen schnitten nur Sekten-Mitglieder, Extremisten, Mörder, Pädophile und Terroristen ab.
Dieselbe Umfrage findet laut GSN seit 1989 regelmäßig statt. Dabei hat sich die Haltung gegenüber der LGBTI*-Community tatsächlich verbessert: Damals wollten noch 35 Prozent LGBTI*-Personen beseitigen. Die Fragestellung könnte allerdings zu den negativen Reaktionen beitragen: Nach einer anderen Umfrage aus dem Jahr 2019 glauben 47 Prozent der Befragten, dass Schwule und Lesben dieselben Rechte haben sollten.