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Revolution bei HIV-Tests!
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Revolution bei HIV-Tests! Ein Blutstropfen reicht für eine sichere und schnelle Diagnose aus!

ms - 19.04.2023 - 15:00 Uhr
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Beim diesjährigen European Congress of Clinical Microbiology & Infectious Diseases (ECCMID) in dieser Woche waren sich die HIV-Experten darin einig, dass drei Aspekte wesentlich für die Eindämmung von HIV sind: Eine bestmögliche und frühe Behandlung, leicht erhältliche Präventionsmedikamente wie die PrEP und die Möglichkeit von schnellen und niedrigschwelligen HIV-Tests. Gerade beim letzten Aspekt könnte ein neues Verfahren jetzt für eine Revolution im Kampf gegen HIV und andere Krankheiten führen.

Ein Blutstropfen reicht für die Diagnose

Das neue Testverfahren wurde beim europäischen Kongress in dieser Woche vorgestellt – dabei kann bereits in einem einzigen Blutstropfen HIV, Hepatitis B und Hepatitis C nachgewiesen werden. Sogar in einem getrockneten Blutstropfen lassen sich die Viren noch monatelang diagnostizieren. Natürlich funktioniert auch weiterhin der gebräuchlichste Test, bei dem die Entnahme einer Blutprobe aus einer Vene mit einer Nadel vollzogen wird. An vielen Orten, an denen HIV sich aber weiterhin verbreitet, gibt es oftmals solche medizinischen Angebote allerdings gar nicht oder die Entnahme gestaltet sich schwierig, beispielweise in Gefängnissen, Drogenrehabilitationszentren und Obdachlosenheimen. Eine verlässliche Diagnosemöglichkeit mit nur einem Blutstropfen kann hier unkompliziert und äußert effizient sehr viel schneller Klarheit verschaffen und eine weitere Verbreitung von HIV und Hepatitis stoppen.

Testgerät bereits im Gesundheitswesen vorhanden

Ebenso zum Game Changer kann die neue Methode in all jenen Ländern werden, in denen der Versand und die Kühllagerung von Blutproben schwierig ist – zumeist sind das gerade auch jene Länder, in denen die HIV-Fallzahlen besonders hoch sind. Bei dem neuen Verfahren wird entweder ein einzelner getrockneter Blutfleck auf die Nukleinsäure der drei Viren hin untersucht oder es wird in den Finger einer Person gestochen und so ein frischer Blutstropfen direkt aufgefangen. Das sogenannte Hologic Panther System, ein Testgerät, das in den Labors des öffentlichen Gesundheitswesens weit verbreitet ist, verwendet dann eine Technik namens „transkriptionsvermittelnde Amplifikation“, um einen Blutstropfen auf genetisches Material der drei Viren zu analysieren. Dabei zeigte sich, dass das Verfahren nicht nur wie eigentlich angedacht bei flüssigen Plasma- oder Serumproben zum Einsatz kommen kann, sondern auch bei getrockneten Blutproben.

100 Prozent Erfolgsquote

Untersucht wurde das Verfahren von Stephen Nilsson-Møller und seinen Kollegen von der Abteilung für klinische Mikrobiologie des Universitätskrankenhauses Kopenhagen in Dänemark – das Ergebnis ist eindeutig: bei allen Testproben konnten HIV, Hepatitis B und Hepatitis C zuverlässig zu einhundert Prozent nachgewiesen werden. Mehr noch, auch in verdünntem Blutplasma zeigte sich, dass HIV diagnostiziert werden kann, selbst wenn die Viren in weitaus geringerer Konzentration vorhanden waren, als das bei unbehandelten Personen der Fall ist.

Eine Frage der Zeit? Wohl eher nicht mehr!

Ein weiterer enormer Pluspunkt: Blutproben müssen normalerweise innerhalb von sechs Stunden analysiert werden, wenn sie bei Raumtemperatur aufbewahrt werden, während getrocknete Blutsflecken mit dem neuen Verfahren neun Monate lang ohne Kühlung haltbar sind. Forschungsleiter Nilsson-Møller dazu: „Wir haben gezeigt, dass es mit der vorhandenen Krankenhausausrüstung möglich ist, HIV, Hepatitis B und Hepatitis C aus einem einzigen Tropfen Blut nachzuweisen. Der Test mit getrockneten Blutstropfen ist ideal für Orte, an denen man aus Sicherheitsgründen keine Nadel verwenden möchte oder an denen dies weniger praktisch ist. Er eignet sich auch für Entwicklungsländer oder Orte, an denen die Gefahr besteht, dass eine Blutprobe verdirbt, bevor sie an ein Labor weitergeleitet wird, das sie analysieren kann.“

Weltweite Ziele sind besser erreichbar

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Eliminierung aller drei Viren bis zum Jahr 2030 zu einer ihrer globalen Gesundheitsstrategien erklärt – mit dem neuen Testverfahren rückt dieses Ziel in greifbare Nähe. Derzeit sterben noch immer jährlich mehr als eine Million Menschen an Hepatitis B oder C. Rund 650.000 Menschen sterben jährlich an HIV und den Folgeerscheinungen, etwa 1,5 Millionen Menschen infizieren sich weltweit Jahr für Jahr neu mit HIV.

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