Priester erstatten Anzeige gegen Woelki Woelki erklärt hingegen, er wisse von nichts
Des Dramas nächster Akt – drei Priester haben jetzt Anzeige gegen Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln erstattet. Die Geistlichen aus München, Würzburg und Hamm werfen dem Würdenträger vor, dass er eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben habe. Einmal mehr geht es um die Missbrauchsvorwürfe, die immer wieder im Mittelpunkt um die Causa Woelki stehen. Pikant in diesem Fall: Woelki hatte in einem presserechtlichen Verfahren versichert, dass er erst ab Ende Juni mit dem Missbrauchsfall um den ehemaligen Sternsinger-Präsidenten Winfried Pilz befasst worden sei. Recherchen des Deutschlandfunks und der Zeit legten nun dar, dass der Kardinal sich bereits Anfang Mai mit dem Missbrauchstäter getroffen habe – seine eigene Büroleiterin hatte dies wohl so vermerkt. Hat der Kardinal also gelogen? Woelki bestreitet einmal mehr alle Anschuldigungen, es habe zwar diesen Termin zuvor gegeben, aber er habe diesen wahrgenommen, ohne zu wissen, “wen er da gegebenenfalls beschuldigen würde.“
Einmal mehr wusste der arme Kardinal also von nichts. So wie er auch zuvor offensichtlich aus Versehen Listen mit Missbrauchstätern hatte schreddern lassen. Oder wie er vollkommen frei von Schuld ein Gutachten erst zurückgehalten, später veröffentlicht und sich dann von einer PR-Agentur hatte beraten lassen, wie er dies bestmöglich nach draußen verkaufen und dabei auch noch den Betroffenenrat der Missbrauchsopfer hintergehen konnte – auch das wurde jüngst bekannt. Ebenso im August erklärten insgesamt 21 Pfarrer, Pastoral- und Gemeindereferenten sowie weitere Mitarbeiter des Erzbistums in einer offiziellen Stellungnahme, dass es einen personellen und systematischen Neuanfang ohne Woelki geben müsse. Im gleichen Monat erreichte das Erzbistum eine Schmerzensgeldklage über 800.000 Euro, der Kläger war als Kind zehn Jahre von einem Priester des Erzbistums misshandelt worden. Die Verantwortlichen hätten den Missbrauch verhindern können, wollten aber nicht, so die Anklage. Die Liste der Verfehlungen, wahrscheinlichen Vertuschungen, möglichen Unwahrheiten und Anklagen ließe sich dabei fortlaufend weiterführen. Der Papst schweigt dazu weiterhin, Woelki sieht sich als Unschuldiger. Was als nächstes passiert? Warten wir es ab, der Monat ist ja noch jung.