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Polizei sucht Zeugen Zwei queerfeindliche Angriffe in Frankfurt bekannt

Von mr - 01.06.2026 - 18:30 Uhr
Zwei queerfeindliche Angriffe in Frankfurt bekannt
Foto: © iStock / golibo
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Am vergangenen Wochenende zum 30. Mai 2026 wurden im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen zwei queerfeindliche Straftaten bekannt, die laut Polizei sowohl Beleidigungen als auch körperliche Gewalt gegen junge Menschen einschlossen. Diese Vorfälle unterstreichen die anhaltende Gefährdung queerer Personen im öffentlichen Raum Hessens und rücken Forderungen nach konsequenterem Schutz und Prävention erneut in den Fokus.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Am Samstagmorgen, 30. Mai 2026, wurde eine 19-Jährige an einer Bushaltestelle sowie im Bus der Linie 63 beleidigt und geschlagen.
  • In der Nacht zum Sonntag, 31. Mai 2026, erlitt eine 25-jährige Person in einer Diskothek verbale queerfeindliche Angriffe.
  • Die Polizei bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 069 10-400.
  • Die Frankfurter Polizei registriert seit Jahren einen Anstieg queerfeindlicher Übergriffe.
  • Opfer können sich an spezialisierte Beratungsstellen wie das Antidiskriminierungsbüro Frankfurt wenden.

 

Tatabläufe und polizeiliche Maßnahmen

Der gravierendere Übergriff ereignete sich am frühen Samstagmorgen gegen 5:15 Uhr an der Elisabethenstraße. Eine 19-jährige Frau wurde, während sie auf den Bus wartete, von einer Gruppe von etwa acht Personen bedrängt. Ein Mann schlug sie und beleidigte sie queerfeindlich. Auch nach dem Einsteigen in den Bus der Linie 63 setzten die Täter ihre Angriffe fort, bis sie an der Hauptwache flüchteten. Die Betroffene suchte unmittelbar ein Polizeirevier auf und stellte Anzeige.

Bereits wenige Stunden später kam es in einer Diskothek in der Heiligkreuzgasse zu einem weiteren Vorfall. Gegen 2:40 Uhr wurde eine 25-jährige Person im Barbereich von einem 22-Jährigen mit queerfeindlichen Äußerungen angegriffen. Die Polizei konnte den Täter schnell identifizieren und nach Abschluss der Maßnahmen entlassen.

 

Ermittlungen und Täterbeschreibung

In dem Fall an der Bushaltestelle liegt eine Täterbeschreibung vor: männlich, schwarzafrikanischer Phänotyp, bekleidet mit Bluejeans, weißem T-Shirt, schwarzen Schuhen und einer Basecap. Die Polizei bittet dringend um Zeuginnen- und Zeugenhinweise, um die bislang unbekannten Mitglieder der Gruppe ausfindig zu machen und die Schutzlücken für queere Menschen zu schließen.

Die Behörden betonen, dass gerade in Großstädten wie Frankfurt Übergriffe selten Einzelfälle sind. Die Hessische Polizei meldete allein 2023 einen erneuten Anstieg queerfeindlicher Hasskriminalität, oft mit schwerwiegenden physischen und psychischen Folgen für die Betroffenen.

„Jede queerfeindliche Tat ist eine zu viel und trifft das gesellschaftliche Zusammenleben im Kern“, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt am Sonntag.

 

Hintergrund: Queerfeindliche Gewalt in Hessen

Die Übergriffe in Sachsenhausen stehen im Zusammenhang mit einer bundesweiten Entwicklung: Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt einen kontinuierlichen Anstieg von Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Personen. In Frankfurt kommt es laut Beratungsstellen mehrfach im Monat zu Angriffen, wobei Dunkelziffern vermutet werden, da viele Vorfälle aus Angst vor weiterer Diskriminierung nicht angezeigt werden.

Beratungsstrukturen wie das Antidiskriminierungsbüro Frankfurt bieten Opfern Unterstützung an, informieren über ihre Rechte und begleiten sie auf Wunsch bei Anzeigen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wie können sich Betroffene nach einem Angriff verhalten?
Nach einem Angriff sollten Betroffene möglichst schnell die Polizei informieren und sich ärztlich oder psychologisch beraten lassen.

Gibt es spezielle Hilfsangebote in Frankfurt?
Neben staatlichen Stellen existieren Anlaufstellen speziell für queere Menschen, etwa das Antidiskriminierungsbüro oder der Verein Vielbunt.

Wie entwickelt sich die Zahl queerfeindlicher Delikte in Frankfurt?
Die Fallzahlen werden seit Jahren größer, wie aus der jährlichen Statistik hessischer Behörden hervorgeht.

Die Polizei Frankfurt betont aktuell, die Ermittlungen mit Nachdruck weiterzuführen. Offen bleibt, wie sich der Schutz queerer Menschen in Hessens Großstädten wirksam verbessern lässt.

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