Polizei schießt auf LGBTI*-Demonstranten Vorwurf der Demonstranten: Die Polizei sympathisiert mit Extremisten
Die Auseinandersetzungen zwischen den rechtsextremen Proud Boys und LGBTI*-Demonstranten eskalierten jetzt erneut, dieses Mal in Modesto, Kalifornien – im Handgemenge feuerte die Polizei mit Gummi- und Pfefferspraygeschossen auf queere Aktivisten, mehrere Menschen wurden dabei verletzt.
Zum vierten Mal infolge eskalierte in Kalifornien die Gewalt zwischen der rechtsextremen und nationalen Gruppe der Proud Boys und Gegendemonstranten, wobei das Ziel der Extremisten dabei Jahr für Jahr ist, eine Eskalation heraufzubeschwören – dieses Mal wurden auch LGBTI*-Menschen bei den Auseinandersetzungen verletzt. Die Proud Boys positionieren sich dabei einmal im Jahr bei der sogenannten “Straight Pride“ vor einer Klinik von Planned Parenthood in Modesto, um gegen die Rechte von LGBTI*-Menschen, Regenbogenfamilien, Frauenrechte sowie Abtreibungen zu demonstrieren. Am vergangenen Wochenende trafen so abermals rund 30 Extremisten auf rund 150 LGBTI*-Aktivisten, die Polizei schien dabei alsbald die Kontrolle über die Situation zu verlieren, wie die lokale Presse berichtete. Eine Straße trennt für gewöhnlich die Hardliner von den queeren Demonstranten, als allerdings einige Proud Boys versuchten, sich an der Polizeiabsperrung vorbei zu drängen, geriet die Situation außer Kontrolle und es kam zu einem gewalttätigen Handgemenge zwischen Polizei, Extremisten und LGBTI*-Demonstranten. Mehrere LGBTI*-Aktivisten warfen Wasserflaschen, um sich gegen die Angreifer zu verteidigen, wobei nach Angaben der Polizei unklar ist, von welcher Gruppe letztendlich die Gewalt ausging. Schlussendlich schoss die Polizei mit Gummigeschossen und Pfefferspray-Geschossen in die Menge und schlug auch auf einzelne Demonstranten ein. "Sie gingen mit Schlagstöcken auf uns los, stachen auf uns ein und schlugen auf uns ein", sagte einer der Verletzten einem Reporter vor Ort. Zwei LGBTI*-Demonstranten wurden bei dem Angriff verletzt und mussten im Krankenhaus versorgt werden. Zwei queere Aktivisten und ein Proud Boy wurden am Ende des Handgemenges festgenommen.
Angestachelt wurden die Proud Boys auch dieses Mal wieder von fundamentalen Christen, die mit Mikrofonen Bibelverse zitierten und Transparente in die Luft hielten mit Aussagen wie: "Jesus rettet aus der Hölle". Pikant ist dabei auch, dass immer wieder Anschuldigungen gegenüber der Polizei selbst laut werden – Menschenrechts- und LGBTI*-Aktivisten in ganz Amerika beklagen immer wieder, dass es auch unter der Polizei zahlreiche Beamte gäbe, die mit den Proud Boys sympathisieren würden. LGBTI*-Aktivistin Odette Zapata gegenüber der lokalen Presse: "Wir haben es hier mit zwei Armeen zu tun, wenn wir für unsere Rechte eintreten. Wir haben es mit den Polizisten zu tun, die uns angreifen, und wir erleben eine zweite Welle der Gewalt von Rechtsextremisten. Die Angst in der Community ist sehr groß, dass wir gezielt von beiden Seiten angegriffen werden.“ Zapata selbst geht inzwischen nur noch mit einer kugelsicheren Weste zu Demonstrationen. Die Proud Boys versuchen dabei aktuell im ganzen Land, lokale Auseinandersetzungen bewusst zu provozieren und bestenfalls LGBTI*-Menschen als Täter darstellen zu können – immer wieder haben die Extremisten in diesem Sommer auch zahlreiche Pride-Veranstaltungen in den USA angegriffen. Zudem organisieren sie selbst direkt in Städten mit LGBTI*-Vierteln Veranstaltungen unter dem Motto: "It's Great to be Straight".
Glimpflicher verlief zeitgleich eine Aktion in Texas ab, bei dem eine Gruppe von Extremisten versuchte, einen Drag-Queen-Brunch in der Anderson Distillery and Grill in Roanoke zu stürmen. Die Polizei musste mit Sturmgewehren die Lokalität sichern, nachdem sich rund um das Lokal bewaffnete Rechtsextremisten positioniert hatten. Auch hier kam es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Ein Extremist versuchte dabei immer wieder mit einem, in Stacheldraht eingewickelten Baseballschläger die Besucher der Veranstaltung zu bedrohten und einzuschüchtern.