Österreich gegen Konversionstherapien Parlament fordert einstimmig ein Verbot
Ausnahmsweise waren sich alle einig: Am vergangenen Dienstag verabschiedete die Abgeordnetenkammer einstimmig den Entschließungsantrag, um Konversionstherapien an Minderjährigen zu verbieten. Der Beschluss erfüllt eine langjährige Forderung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. Konversionstherapien, im Volksmund auch als „Homo-Heilung“ bekannt, sind umstrittene pseudowissenschaftliche, oft traumatische Behandlungen, die queere Jugendliche „normal“ machen sollen.
Endlich habe man nun eine wirksame Grundlage zum Schutz von queeren Jugendlichen geschaffen, so HOSI-Vorsitzender Moritz Yvon. Die Vorsitzende Lui Fidelsberger betonte außerdem, wie wichtig LGBTQ*-Abgeordnete im Parlament seien, da es der schwule Mario Lindner gewesen sei, der diesen Antrag einbrachte. Man erwarte nun von den LGBTQ*-freundlichen Parteien, bei der kommenden Wahl queere Menschen auf sichere Listenplätze zu platzieren, um die LGBTQ*-Bevölkerung zu repräsentieren.
In Deutschland wartet man mit einem Konversionstherapie-Verbot noch auf den Abschlussbericht von Spahns Expertenkommission, der Ende August erscheinen soll.