Direkt zum Inhalt
Neue Kritik an Dobrindt

Neue Kritik an Dobrindt Ende der Asylberatung als besonderes Problem für LGBTIQ+?

ms - 16.03.2026 - 09:30 Uhr
Loading audio player...

Die unabhängige Asylberatung in Deutschland steht offenbar vor finanziellen Einschnitten. Medienberichten zufolge beabsichtigt das Bundesinnenministerium, die Fördermittel für diese Beratungsangebote ab dem kommenden Jahr einzustellen. Darunter fallen auch größere Wohlfahrtsverbände, die bisher in diesem Bereich tätig sind, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Der LSVD+ übt scharfe Kritik an den jüngsten Plänen der Regierung. 

Geld nur noch für 2026?

Das Innenministerium unter der Leitung von Alexander Dobrindt (CSU) äußerte sich bislang nur zurückhaltend und erklärte, dass „Entscheidungen über Mittelvergaben im Rahmen der Haushaltsverhandlungen“ getroffen würden. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, dass die Beratungen zum Haushalt 2027 noch nicht abgeschlossen seien. Der Haushaltspolitiker der Grünen, Leon Eckert, bestätigte indes die Berichte und äußerte scharfe Kritik. Laut Eckert beruft sich das Innenministerium auf Sparzwänge bei der Entscheidung, was er als Fortsetzung eines „migrationspolitischen und humanitären Blindflugs“ bezeichnete.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Hakan Demir erklärte gegenüber Correctiv, die Partei wolle sich weiter für das Angebot einsetzen und bekräftigte: „Gerade für vulnerable Gruppen wissen wir, wie wichtig es ist, nicht nur mit Behördenvertretern über ein anstehendes Asylverfahren zu sprechen.“ Für das laufende Jahr seien noch 25 Millionen Euro für die Förderung der unabhängigen Asylberatung eingeplant. Die Einführung der behördenunabhängigen Asylverfahrensberatung war ein Ziel der Ampelkoalition und wurde im Koalitionsvertrag festgehalten. Dieser sieht vor, dass die Beratungsangebote „ergebnisoffen evaluiert“ werden. Die Maßnahme wurde Anfang 2023 eingeführt.

Kritik am angedachten Stopp 

Der LSVD+ betonte zu den Plänen des Bundesinnenministeriums: „Das Ende der behördenunabhängigen Asylverfahrensberatung kann insbesondere für vulnerable Gruppen wie LSBTIQ* fatale Folgen haben.“ Zuletzt hatte der LSVD+ auch an anderweitigen Plänen aus dem Ministerium von Dobrindt zur Ausweitung der sicheren Herkunftsstaaten scharfe Kritik geäußert. Pro Asyl erklärte indes jetzt, dass das Angebot kein Luxus sei, sondern eine „zentrale rechtsstaatliche Absicherung“. Flüchtlinge bräuchten in so komplexen Asylverfahren eine unabhängige Orientierungshilfe.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Drake Von wehrt sich

Adult-Star bestreitet Vorwürfe

Nach seiner Festnahme in Las Vegas hat der Adultdarsteller und OnlyFans-Star Drake Von die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.
Rekordlauf in Rom

Cunningham knackt 13-Sekunden-Marke

Der offen schwule US-Leichtathlet Trey Cunningham hat beim Golden-Gala-Meeting in Rom einen 27 Jahre alten Veranstaltungsrekord gebrochen.
ESC-Zukunft weiter offen

Boykott-Länder warten ab

Ein halbes Jahr nach der Rückzugswelle beim ESC bleibt die Zukunft ungewiss, in Spanien, Island und Belgien wird weiterhin über Boykott diskutiert.
Neue Dating-App für Community

Kritik an bekannten Dating-Diensten

Ein Berliner startete eine neue App für queere Menschen, die nebst Dating und Sex auch soziale Vernetzung und gemeinschaftliches Miteinander suchen.
Asyl für schwulen Türken

Positiver Bescheid in Österreich

Ein 40-jähriger Mann aus der Türkei hat in Österreich als schwuler Flüchtling Asyl erhalten – ein bislang einmaliger Erfolg.
Japan vor Grundsatzurteil

Kommt endlich die Ehe für alle?

Der Oberste Gerichtshof Japans will bis Anfang 2027 über die Verfassungsmäßigkeit der Ehe für alle entscheiden – ein Urteil mit weitreichenden Folgen.
Missbrauchs-Skandal in Italien

Schwere Vorwürfe an Militärschule

Ein Lehrer der Militärschule Teulié in Mailand soll Schüler sexuell missbraucht, unter Druck gesetzt und mit schulischen Vorteilen beeinflusst haben.
Risse durch die USA

LGBTIQ+-Rechte unter Druck

Ein neuer Bericht zeigt, dass sich das Geschäfts- und Gesellschaftsklima für LGBTIQ+-Menschen in den USA das vierte Jahr in Folge verschlechtert hat.
Zunahme Hinrichtungen im Iran

Regime verschärft Repressionen

Seit Ende Februar verschärfen die iranischen Behörden nach Angaben von Amnesty International die Repressionen gegen die eigene Bevölkerung massiv.