Minister verteidigt Konversionstherapien Regierung distanziert sich
Der israelische Bildungsminister Rafi Peretz sagte im israelischen Fernsehen in einem Interview mit Channel 12, er glaube, dass man die sexuelle Orientierung eines Menschen verändern könne. Er als orthodoxer Rabbi habe auch selbst schon Konversionstherapien durchgeführt und wisse daher, dass sie wirken. Später revidierte Peretz seine Aussage: Er habe nicht sagen wollen, dass LGBTQ*-Kinder sich Konversionstherapien unterziehen müssten, so die Jerusalem Post.
Premierminister Benjamin Netanyahu bezeichnete die Äußerungen des Bildungsministers als „inakzeptabel“. Sie entsprächen nicht seiner Meinung oder der Position seiner Regierung. Das israelische Bildungssystem werde weiterhin alle jüdischen Kinder willkommen heißen. Die Organisation Aguda, die für Israels LGBTQ*-Community einsteht, forderte Peretz’ Rücktritt.
Konversionstherapien arbeiten oft mit Mitteln wie Hypnose und Elektroschocks und gehen davon aus, dass nicht-heteronormative Menschen „geheilt“ werden können. Die umstrittenen Therapien wurden bereits von zahlreichen Medizin-Experten als Pseudo-Behandlungen entlarvt und verurteilt, da sie beträchtliche psychische und emotionale Schäden verursachen.