Direkt zum Inhalt

Miese Betrugsmasche Queere Menschen aus Afrika wurden zu Opfern

Von ms - 21.08.2025 - 12:00 Uhr
Miese Betrugsmasche
Foto: iStock / AndreyPopov
ANZEIGE
Loading audio player...

Mit einer hinterhältigen Betrugsmasche haben sich Kriminelle an LGBTIQ+-Aktivisten vornehmlich aus Afrika bereichert – mittels falscher Websites luden sie queere Menschen aus Ghana, Uganda, Südafrika, Pakistan und mehreren anderen Ländern zu vermeintlichen LGBTIQ+-Konferenzen nach Kanada ein. Dafür mussten die Interessenten vorab eine hohe Teilnehmergebühr bezahlen. 

Vermeintliche Konferenzen und Stipendien

Besonders perfide: Die Organisationen hinter den angeblich queeren Events existieren tatsächlich, wussten aber nichts von den Abzockern. Die Kriminellen bauten online Duplikate der Original-Homepageseiten nach oder erstellen direkt neue Webseiten im Namen der Wohltätigkeitsverbände inklusive den echten Logos und verschickten dann E-Mails und Einladungen mit Verlinkungen auf die falsche Webseite.

Neben Konferenzen boten sie interessierten queeren Menschen auch Stipendienhilfen inklusive Flügen nach Kanada an – dafür mussten die potenziellen Opfer allerdings vorab eine Bewerbungsgebühr von durchschnittlich bis zu 450 kanadischen Dollar überweisen, zahlbar über digitale Geldbörsen-Apps wie Skrill sowie über den Überweisungsdienst MoneyGram.

Großer Schaden für die Opfer 

Nach ersten Recherchen sitzen die Kriminellen offenbar selbst in Afrika, nach Angaben des Nachrichtenportals Xtra konnten einige der E-Mails und Online-Beiträge über die gefälschten Veranstaltungen inzwischen zu Konten in Tansania zurückverfolgt werden. Einer der Opfer ist der Menschenrechtsaktivist Farhan Wilayat Butt, der gegenüber Xtra erklärte, wie dramatisch die Lage für viele geprellte Menschen aktuell ist. Die verlangten Gebühren von mehreren hundert Dollar entsprechen oftmals deutlich mehr als einem Monatsgehalt für mittelständische Verdiener in afrikanischen Ländern. Wie viele Aktivisten zu Opfern wurden, ist aktuell noch unklar, die ersten Untersuchungen sprechen von möglichen hunderten Menschen, die auf die Masche der Betrüger reingefallen sein könnten. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.