Mentale Gesundheit Bundesjugendministerium richtet 24/7-Hotline ein!
Das Thema mentale Gesundheit bei Jugendlichen ist seit einigen Jahren in der LGBTI*-Community ein besonders heißes Eisen, denn die Fallzahlen bei Depressionen unter homosexuellen und queeren Minderjährigen sind bedingt unter anderem durch Lockdowns in der Pandemie seit mehreren Jahren immer weiter angestiegen.
Dazu kommt ähnlich wie bei Jugendlichen in den USA (Trevor Project) der ängstliche Blick auf negative Entwicklungen in der Gesellschaft – erstmals sinkt die Akzeptanz von LGBTI*-Menschen in der Bevölkerung wieder (Ipsos Studie 2023), sowohl in den USA wie aber auch in Deutschland. Dazu kommen dann noch die steigenden Fälle von Hasskriminalität in Deutschland gegenüber LGBTI*-Menschen. Allein beim Beratungsverein anyway in Köln sind die Anfragen zuletzt deswegen um rund 25 Prozent angestiegen.
24/7-Nothotline für Jugendliche
Die Bundesregierung möchte jetzt mit einer neuen Beratungs-App namens „Junoma“ den negativen Entwicklungen entgegensteuern. Das Online-Beratungsangebot der JugendNotmail steht Kindern und Jugendlichen 24/7 als kostenloses, niedrigschwelliges und datensicheres Online-Beratungsangebot zur Verfügung.
Zudem sind weitere Maßnahmen nach Angaben des Bundesjugendministeriums geplant, darunter eine „Strategie gegen Einsamkeit“ sowie ein „Bündnis für die junge Generation“. Bundesjugendministerin Lisa Paus dazu: „Die Pandemie wirkt bei Kindern und Jugendlichen noch lange nach. Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen haben tiefe Spuren hinterlassen. Mehr junge Menschen als vor der Pandemie leiden an Depressionen, Angststörungen und Essstörungen. Bei etlichen ist die Mediennutzung regelrecht aus dem Ruder gelaufen.“
Mental Coaches direkt an Schulen
Nebst der App will das Bundesjugendministerium auch gezielt an Schulen tätig werden, wie Paus weiter erklärt: „Eine ganz konkrete Maßnahme sind zudem die ´Mental Health Coaches‘, die nach den Sommerferien starten werden. An über 100 Schulen erreichen wir damit mehrere zehntausend Schüler. Jeder Euro, den wir jetzt in die mentale Gesundheit der jungen Generation investieren, ist gut investiertes Geld. Das zeigt ganz konkret die Studie zu den ökonomischen Folgekosten pandemiebedingter psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.“ Wirtschaftlich schlagen laut dem Ministerium die hohen Fallzahlen von Angststörungen, Depressionen und Essstörungen bei Jugendlichen stark ins Gewicht, die jährlichen Folgekosten belaufen sich auf bis zu 5,6 Milliarden Euro.
Hier gibt es Hilfe
Wenn es dir nicht gut geht, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du dich melden kannst. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.
Mit Beratung steht dir auch der Coming Out Verein via Messenger oder E-Mail unter www.coming-out-day.de zur Seite. Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen findest du unter: www.telefonseelsorge.de