Direkt zum Inhalt

Mehr Hass auf Twitter? Knappe Mehrheit der US-LGBTI*-Aktivisten stellt keine Veränderung fest

Von ms - 15.02.2023 - 16:00 Uhr
Mehr Hass auf Twitter?
Foto: IMAGO / NurPhoto
ANZEIGE
Loading audio player...

Einmal mehr entbrannte in diesen Tagen die Diskussion um die Frage, ob seit der Übernahme von Elon Musk der Nachrichtendienst Twitter die Meinungs- und Redefreiheit gestärkt oder Hass-Kommentaren und digitalen Angriffen Vorschub geleistet hat. Eine neue Umfrage von Amnesty International, der Human Rights Campaign und der amerikanischen LGBTI*-Organisation GLAAD befeuert die Debatte nun abermals.

Hassreden, ein digitales Dauerthema

Insgesamt wurden elf LGBTI*-Organisationen in Amerika befragt, wie sie die Situation auf Twitter erleben. Die Mehrheit der befragten Vereine (6) gaben an, keine Veränderungen auf ihrem Social Media Account registriert zu haben. Die fünf anderen Organisationen berichteten davon, dass es nach ihrer Wahrnehmung häufiger zu Hassreden gegenüber LGBTI* gekommen sei. Dabei sei nach Angabe von vier der fünf Vereine der Anstieg des Hasses allerdings größtenteils auf Twitter beschränkt. Generell ist das Thema Hassreden sowie LGBTI*-feindliche Belästigungen ein Thema bei allen elf Organisationen, allerdings auch bereits vor der Übernahme von Musk.

Was ist Hass und was nur Kritik?

Die drei Menschenrechtsorganisationen, in dessen Auftrag die Befragung jetzt durchgeführt worden war, gaben an, dass sie sich zwar auf die größten LGBTI*-Vereine des Landes mit mindestens 10.000 Mitgliedern konzentriert hätten, trotzdem stelle die Umfrage selbst nur eine "Momentaufnahme" dar. Ein allgemein gültiges Urteil könne so noch nicht gefällt werden.

Zudem wird von einigen anderen Gruppen aus der LGBTI*-Community auch bezweifelt, ob es sich tatsächlich immer um Hass-Kommentare oder einfach auch um Kritik an gewissen Gesetzesverfahren handelt, die auch innerhalb der Community in Amerika umstritten sind. Die Definition, was Hass und was vielleicht berechtigte Kritik ist, ist zumeist nicht subjektiv. GLAAD stellte allerdings bereits im Dezember letzten Jahres fest, dass die Beschimpfung von Homosexuellen als Pädophile (“Groomer“) in den letzten Monaten online “sprunghaft“ angestiegen sei. Für GLAAD-Geschäftsführerin Sarah Kate Ellis ist dabei klar: „Fehlinformationen, Desinformationen und hasserfüllte Inhalte haben reale Folgen und schaden unserer Gemeinschaft unwiderruflich.“   

Anzeige

Auch Interessant

Queerfeindlicher Hass an der FU

Hakenkreuze nach Flaggen-Attacke

Pride-Flagge abgerissen, Hakenkreuze entdeckt: Die FU Berlin verurteilt Angriffe am Institut für Theaterwissenschaft. Die Polizei ermittelt.
Lara Heubeck lebt offen

DSC-Kommentatorin macht Mut

Lara Heubeck spricht über ihr Leben als trans Frau. Die Kommentatorin des Deggendorfer SC berichtet von großer Unterstützung nach ihrem Coming-out.
Solidarität mit Casa Kuà

Hunderte protestieren nach Razzia

Rund 500 Menschen demonstrieren in Berlin für trans* Gesundheitsversorgung. Nach der Razzia im Casa Kuà wächst der Protest gegen den Polizeieinsatz.
Schwules Paar getötet

60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Polizisten töteten Eldin und Milton in Guatemala. Zwei Täter erhalten je 60 Jahre Haft. Tonaufnahmen halfen, das Verbrechen aufzuklären.
Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.