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LGBTI*-Nerds unter sich Nach zuletzt homophoben Ausschreitungen blickt die Gay-Community auf das diesjährige Event

Von ms - 25.08.2022 - 10:00 Uhr
Größte Gaming-Konferenz startet in Köln
Foto: IMAGO / Political-Moments
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Für schwule Nerds ist heute ein ganz besonderer Tag, denn heute startet die Gamescom 2022 in Köln, die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele. Seit 2009 treffen sich Computer-Spielfreunde einmal im Jahr, um über die neusten Spiele zu diskutieren und sich auszutauschen – nach zwei Jahren pandemiebedingter Reallife-Pause darf jetzt endlich wieder vor Ort in virtuelle Welten abgetaucht werden. Erwartet werden wie in den Jahren zuvor auch rund 370.000 Besucher, darunter auch nicht wenige aus der LGBTI*-Community.

Gerade Fantasy- und Rollenspiele sollen es vielen queeren Nerds besonders angetan haben. Nebst dem Austausch unter Gleichgesinnten verraten zahlreiche Hersteller aus aller Welt ihre neueste Soft- und Hardware. Die Messe besteht dabei aus einem öffentlichen Bereich (Entertainment Area) für das allgemeine Publikum und einem geschlossenen Teil für Fachbesucher wie Händler und Entwickler (Business Area). Einziger Wermutstropfen dürfte sein, dass einige Firmen wie Sony oder Nintendo in diesem Jahr gar nicht oder nur in kleinster Ausstattung vor Ort sein werden – auch das eine Nachwirkung der Pandemie. Gamer, die nicht live dabei sein können oder wollen, können zudem bis Sonntag dem Event direkt via Stream beiwohnen. Mit Eifer fiebern viele Fans dabei auch der zweistündigen "Opening Night Live" entgegen, auf der Neuerscheinungen wie "Where Winds Meet" oder "Moonbreaker" angekündigt sind. Andere Höhepunkte in diesem Jahr sind wuchtige Actionspiele wie "Lies of P" oder "New Tales from the Borderlands“, das Software-Serien-Prequel "Hogwarts Legacy", angelehnt an die Magierwelt von Harry Potter, oder auch Horrorspiele wie "The Callisto Protocol" und "Dead Island 2". Science-Fiction-Fans dürfen sich auf "The Expanse: A Telltale Series", "Dune Awakening" nach dem spektakulären Kinozweiteiler oder auch auf "Gotham Knights" freuen. Und der Humor kommt auch nicht zu kurz mit neuen Spielen wie “High on Life".

Eines ist dabei allerdings klar: Für schwule Gamer sind viele Spiele zwar sicherlich sehr ansprechend, speziell auf LGBTI*-Menschen zugeschnittene Games sind aber noch immer Mangelware, allerdings nimmt die Zahl der queeren Charaktere auch in großen Blockbuster-Spielen von Jahr zu Jahr zu. Auch die direkte Darstellung von Homosexualität ist immer seltener ein Tabuthema, auch wenn sich die meisten dieser Charaktere noch außerhalb des Mainstreams finden. Es sei wichtig, dass sich auch LGBTI*-Menschen immer mehr in den Spielen wiederfinden können, so die queere Gaming-Community online, die inzwischen auch eigene, kleinere Conventions abhält, auch wenn sich niemand natürlich in dieser Woche die Mega-Messe in Köln entgehen lassen will – weit über eintausend Austeller werden erwartet. Zuletzt gab es auch positive Feedbacks bezüglich der Einbindung von Homosexualität rund um das Spiel “The Last Of Us, Part 2“, aktuell auf dem Markt finden sich mehr als zwei Dutzend Spiele mit homosexuellen oder queeren Charakteren, die glücklicherweise auch nicht stets die Bösewichte sein müssen. Kritisch wird darüber diskutiert, ob die Entscheidungen der Hersteller auf ein grundsätzliches Umdenken zurückzuführen sind oder doch eher der Tatsache geschuldet sind, so ihr Image aufzubessern und mehr Umsatz zu generieren. Im Umfeld der Gamer-Szene kam es so in den letzten Jahren auch immer wieder zu unschönen Szenen, bei der digitalen Gamescom-Konferenz 2021 brach nach dem Unmut einiger Spieler über eine enttäuschende Xbox-Gaming-Präsentation ein Shitstorm gegenüber Homosexuellen los, nachdem ein Direktor einer Gaming-Firma während der Vorstellung ein T-Shirt mit dem Symbol der Regenbogenfahne trug. Es gibt also durchaus noch einiges zu tun in der Gaming-Szene, damit sich auch die LGBTI*-Community mehr und mehr zu Hause fühlt und vorurteilsfrei ebenso in die digitale Welt eintauchen kann. 

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