LGBTI*-Fond für Asien Australien investiert Millionen für Menschenrechte
Am vergangenen Wochenende ging der World Pride mit einem Paukenschlag zu Ende – jetzt wurden erste Details der großen Menschenrechtskonferenz bekannt, die im Rahmen der Pride-Feierlichkeiten stattgefunden hat. Mehrere hundert Vereine, LGBTI*-Aktivisten, Politiker und Bürgerrechtsorganisationen diskutierten darüber, wie sie das Leben von LGBTI*-Menschen weltweit verbessern können. In einem ersten Schritt soll nun ein neuer Fond gegründet werden, der sich gezielt um die Rechte von Homosexuellen und queeren Menschen in Asien und im Pazifik-Raum einsetzt – finanziell gefördert von Australien.
Entkriminalisierung von gleichgeschlechtlichem Sex
Es ist das erste Mal, dass sich das Land in dieser Art und zudem langfristig an ein Fördervorhaben für LGBTI*-Menschen bindet. Ein Kernziel ist es dabei, die Diskriminierung von Homosexuellen vor allem in jenen Staaten im asiatischen Raum zu verbessern, in denen gleichgeschlechtlicher Sex noch immer kriminalisiert wird. LGBTI*-Organisationen wie Equality Australia aber auch APCOM Bangkok zeigten sich hoch erfreut über die finale Entscheidung und sprachen von einem historischen Moment. Es sei wichtig, jetzt mit voller Kraft für mehr Menschenrechte im asiatisch-pazifischen Raum einzustehen, gerade angesichts der Tatsache, dass homosexuelle Handlungen vielerorts noch immer drakonischen Strafen unterliegt – diese reichen von Peitschenhieben über jahrelange Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe.
Wankelmütiger Kurs im asiatischen Raum
Oftmals zeigen sich viele asiatische Staaten und Regierungen auch unentschlossen bis wankelmütig beim Thema LGBTI*-Rechte. Zuletzt im November letzten Jahres hatte so beispielsweise Singapur angekündigt, ein Strafgesetz für gleichgeschlechtlichen Sex unter Männern aufheben zu wollen. Gleichzeitig erklärte das Parlament allerdings, dass in der Verfassung festgeschrieben werden soll, dass eine Ehe nur eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist. Zudem bekräftigte die Regierung das Verbot von Filmen und Serien, die zur “Förderung der Homosexualität“ beitragen könnten.
Mehr Engagement im Inland gefordert
Für den neuen Fond stellt Australien umgerechnet rund 2,2 Millionen Euro zur Verfügung – ein Viertel der Summe, die LGBTI*-Organisationen gefordert hatten. Für Australien ist dies trotzdem ein großer Schritt, bis jetzt hat das Land jährlich nur rund 440.000 Euro für den Einsatz für LGBTI*-Rechten bereitgestellt. Kritik kommt auch von anderer Stelle, so erklärte Just.Equal Australia, dass man den Einsatz im Ausland durchaus begrüße, sich aber mehr Engagement beim Kampf gegen Diskriminierung von LGBTI*-Menschen im Inland wünschen würde. Noch immer fehle in Australien so beispielsweise ein Menschenrechtsbeauftragter für LGBTI*.