LGBTI* in der Wirtschaft Firmen mit einer positiven LGBTI*-Einstellung machen mehr Gewinne
Jedes Jahr im Sommer erstrahlen hunderte Firmenlogos weltweit in den bunten Regenbogenfarben, kurz darauf im Herbst mit dem Ende der Pride-Saison sind viele Solidaritätsbekundungen wieder verschwunden – das klassische Pink Washing. Eine neue Studie aus den USA zeigt nun indes aus: Sowohl Arbeitnehmer wie Verbraucher bevorzugen Unternehmen, die sich dauerhaft für LGBTI* einsetzen.
Pro-LGBTI*-Firmen sind beliebt
Die Studie von Edelman Trust und der LGBTI*-Organisation GLAAD kann dabei repräsentativ eine klare Tendenz hin zu Pro-LGBTI*-Marken aufzeigen. "Wenn man die LGBTI*-Community indes auf Eis legt, wirkt sich das auf den Gewinn aus", so Sarah Kate Ellis, Präsidentin von GLAAD. Mit Blick auf die US-Arbeitnehmer wird klar, rund 51 Prozent wollen für ein Unternehmen arbeiten, dass sich für LGBTI* einsetzt, nur 11 Prozent der Befragten sprachen sich dagegen aus. Ebenso konnte die Studie belegen, dass im Schnitt jeder dritte Amerikaner (34%) lieber bei einer Marke oder einem Unternehmen einkauft, das LGBTI*-Rechte unterstützt. Nur noch 19 Prozent meiden solche Firmen lieber.
Pro-LGBTI* ist ein Gewinn für Unternehmen
Die repräsentative Umfrage kommt dabei genau zur richtigen Zeit und zwar in einem Jahr, in dem rund 340 Anti-LGBTI*-Gesetzesvorhaben in den einzelnen US-Bundesstaaten eingebracht und die negativen Fake News über homosexuelle sowie queere Menschen in den sozialen Medien um rund 400 Prozent zugenommen haben. "Wir sehen oft, dass Unternehmen sich fragen, ob sie es sich leisten können, einen Standpunkt zur Unterstützung von LGBTI*-Themen einzunehmen, und diese Daten zeigen jetzt, dass viele Unternehmen es sich nicht leisten können, dies nicht zu tun!", so Lauren Gray, Senior Vice President von Edelman.
Junge Amerikaner erwarten mehr Einsatz
Dabei zeigt sich einmal mehr auch ein Unterschied zwischen den Generationen: Zwar erwarten rund die Hälfte aller Amerikaner im Durchschnitt bereits mehr Einsatz der Unternehmen für LGBTI*, doch sind diese Forderungen noch einmal signifikant höher unter jungen US-Bürgern. Ohne ein positives Statement für LGBTI* ist ein Unternehmen für die junge Generation unglaubwürdig und nicht mehr relevant – ein Todesurteil für Firmen, die auch in Zukunft noch Gewinne erwirtschaften wollen. Geschäftsführerin Ellis fasst die Ergebnisse nüchtern zusammen: „Wenn Unternehmen die LGBTI*-Community auf die lange Bank schieben, wird sich das auf den Gewinn auswirken. Es geht nur um die Zahlen. Es ist zu wichtig für Verbraucher und Mitarbeiter."
Auch eine zweite Studie von GLAAD aus diesem Jahr aus dem Bereich Werbung untermauert dieses Fazit: 64 Prozent der Heterosexuellen und 71 Prozent der LGBTI*-Menschen gaben an, dass sie eher bei Unternehmen kaufen würden, die LGBTI*-Personen in ihrer Werbung zeigen. "Wenn man sich die Momente ansieht, in denen Unternehmen mit der LGBTI*-Gemeinschaft aneinandergeraten, sind die Unternehmen, die sich für LGBTI*-Leute einsetzen, diejenigen, die gewinnen. Ich glaube nicht, dass man im 21. Jahrhundert noch ein verbraucherorientiertes Produkt herstellen kann, ohne dies als Priorität zu haben", so Ellis abschließend.