Langes Leben dank Viagra? US-Studien zeigen auf, dass die blaue Pille Herzkrankheiten massiv entgegenwirkt
Die sexuelle Potenz ist für viele schwule Männer eines der wichtigsten Aspekte in ihrem Leben – funktioniert es hierbei nicht mehr ganz so wie gewünscht, wird gerne zur berühmten blauen Pille, Viagra, gegriffen. Jetzt haben US-Forscher aufgezeigt, dass die Einnahme der Potenztabletten nicht nur bei Erektionsstörungen helfen, sondern auch das Leben von Männern im Allgemeinen verlängern können.
Das Risiko von Herzkrankheiten sinkt
Konkret legt eine Studie der University of Southern California nahe, dass Viagra das Risiko von Herzkrankheiten bei Männern um bis zu 39 Prozent verringert und so auch dazu beiträgt, das Risiko eines frühen Todes um rund 25 Prozent zu reduzieren. Dazu untersuchte das Forscherteam rund 70.000 erwachsene Männer mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren, bei denen zwischen 2006 und 2020 eine erektile Dysfunktion diagnostiziert worden war. Dabei flossen auch die Daten der Krankenakten aller Teilnehmer ein inklusive der Frage, wie viele Probanden während des Nachbeobachtungszeitraums beispielsweise Herzprobleme erlitten hatten oder nicht. Faktoren wie Rasse, Größe und Gewicht wurden bei der Anpassung der Ergebnisse zudem berücksichtigt.
Längeres Leben durch Viagra?
Die Studie ergab, dass diejenigen, die Medikamente gegen erektile Dysfunktion einnahmen, seltener an Herzproblemen litten - und dass die Zahl der Todesfälle aufgrund von Herzerkrankungen um fast 40 Prozent zurückging. Viagra-Konsumenten hatten auch ein um 17 Prozent geringeres Risiko, eine Herzinsuffizienz zu erleiden, und ein geringeres Risiko (22 %), an einer instabilen Verengung der Herzkranzgefäße (Angina pectoris) zu erkranken. Alle diese Zustände können tödlich sein, wenn sie unbehandelt bleiben - und in der Folge zum Tod durch Herzinfarkt führen. Männer, die diese Medikamente einnahmen, lebten im Durchschnitt auch länger. Die gesammelten Ergebnisse publizierten die Forscher jetzt im renommierten Journal of Sexual Medicine.
Keine Einnahme ohne Erektionsstörung
Doch warum hat die blaue Pille eine solch positive Wirkung abseits des Offensichtlichen? Experten gehen davon aus, dass Viagra die Durchblutung der Herzarterien erhöht und den Sauerstofffluss im gesamten Körper verbessert. Dieser positive Nebeneffekt wurde bereits in früheren Studien angedacht, doch jetzt erstmals fundiert belegt. Derzeit gehen die Wissenschaftler auch davon aus, dass die Einnahme von Viagra sogar das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um zwei Drittel senken kann. Trotz diesen in mehrfacher Hinsicht vielversprechenden Ergebnissen für die Gesundheit von Männern, raten die Experten davon ab, Viagra einzunehmen, wenn keine Erektionsstörung vorliegt.