Direkt zum Inhalt
Bramsche: Öffentlicher Streit bei Queerem Netzwerk

Konflikt bedroht CSD Bramsche: Öffentlicher Streit bei Queerem Netzwerk

mr - 08.12.2025 - 17:03 Uhr
Loading audio player...

Mitten im beschaulichen Bramsche erschüttert ein tiefer Konflikt eine Initiative, die noch vor Kurzem als Hoffnungsträgerin für Akzeptanz und Schutzräume galt: Das Queere Netzwerk Bramsche, hervorgegangen aus dem Erfolg des ersten Christopher Street Day in der Stadt, steht nach öffentlichem Streit vor einer Zerreißprobe. Nach schweren gegenseitigen Vorwürfen zwischen Initiator Tobias Joshua Thiele und dem verbliebenen Vorstand auf Instagram fragen sich viele: Kann der mühsam erkämpfte sichere Ort für queere Menschen in Bramsche jetzt Bestand haben?

 

Ein Netzwerk im Zwiespalt

Was mit einem gemeinsamen Ziel begann, endete abrupt in einer offenen Trennung: Vereinsinterne Konflikte führten dazu, dass sich der Vorstand des Queeren Netzwerks öffentlich und nachdrücklich von Tobias Joshua Thiele distanzierte. Ihm werden unter anderem vereinsschädigendes Verhalten, das Zurückhalten von Geldern und Zugangsdaten sowie persönliche Angriffe vorgeworfen. Thiele weist die Vorwürfe zurück, betont seinen Beitrag zur queeren Sichtbarkeit und beklagt ein zunehmend feindseliges Klima, das auch ihn stark belastet habe. Er habe Gelder ordnungsgemäß zurückgegeben und sich inzwischen komplett aus der Organisation zurückgezogen.

 

Die Debatte um Safe Spaces

Unabhängig von den persönlichen Differenzen rückt ein zentrales Thema in den Fokus: die Bedeutung sicherer Räume, in denen queere Menschen ohne Angst vor Diskriminierung leben können. Gerade im ländlichen Raum bleiben LGBTIQ+-Personen besonders häufig von Anfeindungen betroffen. Laut einer aktuellen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fühlen sich 43 Prozent der befragten queeren Menschen in Kleinstädten und ländlichen Räumen wenig sicher. Daher sind lokale Anlaufstellen wie in Bramsche für Betroffene essenziell.

 

Zukunft oder Spaltung?

Das neu formierte Queere Netzwerk Bramsche will die Arbeit fortsetzen und 2026 einen weiteren CSD veranstalten. Initiator Thiele verabschiedet sich und signalisiert Kooperationsbereitschaft für eine sachliche Aufarbeitung, um weiteren Schaden abzuwenden. Dennoch bleibt ungewiss, ob der Safespace in Bramsche wieder die einstige Geschlossenheit erreichen kann oder der Konflikt einen tiefen Riss hinterlässt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Science-Fiction-Tag

Die Zukunftslust der Community

Heute feiern wir den Science-Fiction Tag – und wir mittendrin. Doch warum begeistern sich so viele Schwule für den fiktiven Blick in die Zukunft?
Gewaltspirale in Bangladesch

Massive Angriffe auf Homosexuelle

In Bangladesch haben die Angriffe auf Schwule und Lesben stark zugenommen, so der Verein JMBF, der um internationale Hilfe bittet.
Prügelstrafen in den USA

Besondere Gefahr für LGBTIQ+-Kinder

In 17 US-Bundesstaaten sind Prügelstrafen bei Kindern bis heute erlaubt. Besonders davon betroffen sind LGBTIQ+-Jugendliche, wie Studien darlegen.
Impfung gegen HPV

Studie belegt hohe Wirksamkeit

HPV gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit, gerade auch unter schwulen Männern. Eine Studie belegt nun die hohe Impf-Wirksamkeit.
Tschechien rüstet auf

Schutz für LGBTIQ+-Menschen

Tschechien stellt sich Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Menschen entgegen. Ab heute gelten schärfere Richtlinien.
Sex-Verbot in Indonesien

Außerehelicher Sex wird illegal

Ab 2. Januar ist Sex außerhalb der Ehe in Indonesien weitestgehend verboten. Für Schwule und Lesben kommt das einem Komplettverbot gleich.
Homosexuellen-Quoten im Job?

Besonderer Vorstoß eines Professors

Wären Quoten für Homosexuelle in der Berufswelt sinnvoll? In den USA wird gerade heftig über die Idee eine renommierten Uni-Professors debattiert.
Gedenken an Diana Sacayán

Queere Kämpferin aus Argentinien

Die argentinische Community gedenkt heute einer Vorreiterin und besonderen Kämpferin für trans* Rechte: Diana Sacayán (1975–2015).