Keine anderen Stimmen erlaubt Iran bestraft zwei LGBTI*-Aktivistinnen mit dem Tode
Die Menschenrechtsorganisation Hengaw gab am Sonntag bekannt, dass zwei ihrer Mitglieder zum Tode verurteilt wurden: Sie sollen Homosexualität gefördert haben. Daneben wurde ihnen auch die „Förderung des Christentums“ vorgeworfen und die „Kommunikation mit den Medien, die gegen die Islamische Republik sind“.
Keine Rechtsvertretung
Hengaw schrieb: Die LGBTI*-Aktivistinnen Zahra „Sareh“ Sediqi Hamedani (31) und Elam Chubdar (24) wurden „wegen ‚Korruption auf Erden‘ durch Förderung der Homosexualität zum Tode verurteilt“. Die Verurteilung habe die beiden Frauen „in den letzten paar Tagen“ im Frauentrakt des Zentralgefängnisses von Urmia erreicht, wo sie seit Dezember inhaftiert waren. „Zahra Sediqi Hamadani wurde während ihrer Inhaftierung das Recht auf eine Rechtsvertretung verweigert“, so die Organisation weiter. „Die Sicherheitsbeamten drohten ihr mit ihrer Hinrichtung und dem Entzug des Sorgerechts für ihre beiden Kinder. Außerdem wurde sie verbal schikaniert und in ihrer Identität und ihrem Aussehen beleidigt.“
Klage als Vorwand
Der britische Aktivist Peter Thatchell erklärte der Jerusalem Post: Mit der Sammelanklage „Korruption auf Erden“ entledige sich das Regime kritischer Stimmen. Regimekritikerin Sheina Vojoudi sagte im Dezember: Die Islamische Republik „will über die ganze Nation entscheiden, will sogar über das sexuelle Verlangen der Menschen entscheiden, über die Beziehung zwischen Männern und Frauen und die Anzahl ihrer Kinder, über unseren Glauben, über die Art, wie wir denken“.