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Britische Dorfbewohner bekunden Solidarität mit schwulem Paar
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Kein Platz für Homo-Hass! „In unserer Gemeinschaft ist kein Platz für Homophobie!“

ms - 30.06.2022 - 11:00 Uhr
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New Longton ist ein kleines, britisches Dorf in der Grafschaft Lancashire im Nordwesten Englands. Es ist eine beschauliche Gemeinde mit rund 2.200 Einwohnern. Einstmals ein Knotenpunkt zwischen Preston und Southport, verlor der Ort seit den 1960iger Jahren wieder an Bedeutung, nachdem die Eisenbahnverbindung stillgelegt worden war. Es gibt eine Grundschule, zwei Kirchen, mehrere Dorfläden, einen Sportverein und einen Kinderspielplatz. Zuletzt machte New Longton kurz Schlagzeilen, als es im Jahr 2004 den zweiten Platz im Wettbewerb "Best Kept Village" von Lancashire ergatterte. Diese mediale Ruhe ist nun allerdings erst einmal vorbei – denn in das Postgebäude des Dorfes zog ein schwules Paar und eröffnete darin einen Herrenfriseur sowie ein kleines Café.

Das allein ist noch keine Meldung wert, selbst in einem verschlafenen Nest im Nordwesten Englands noch nicht, doch die darauf folgenden Entwicklungen durchaus. Kurz nachdem Nathan Jones und Daniel Cooper das örtliche Postamt gekauft hatten, begannen die ersten Anfeindungen. Immer wieder wurde das Paar anonym homophob beschimpft und bedroht und eine zuletzt gehisste Regenbogenflagge sorgte für eine weitere Eskalationsstufe – was folgte waren Postkarten, in denen das schwule Paar rüde aufgefordert wurde, diese “abscheuliche Fahne“ herunterzunehmen, denn: "Dies ist ein christliches Dorf und Kinder gehen hier vorbei. Was seid ihr nur für Idioten?"

Britische Dorfbewohner bekunden Solidarität mit schwulem Paar

Klischeehaft würde man nun als schwuler Mann kurz durchatmen und sagen: Homophobie auf dem Land – altbekannt. Was dann allerdings geschah, hat Seltenheitswert: Die Einwohner von New Longton wollten die homophoben Angriffe aus ihrer Mitte nicht hinnehmen und mobilisierten eine Demonstration vor dem Postamt, um klarzustellen: Wir stehen zu unseren homosexuellen Mitbürgern. In einem Pride-Marsch, dem ersten dieser Art in dem beschaulichen Dorf, zog die Menschenschar im strömenden Regen mit Regenbogenflaggen durch ihre Gemeinde - mit dabei auch der Bürgermeister der Region, David Howarth. Organisiert wurde die Solidaritätsbekundung von Chris Wilson, der gegenüber PinkNews erzählte: "Ich wusste, dass ich mich engagieren musste, um dem Hass und der unverhohlenen Homophobie, die Nathan und Daniel entgegengebracht wurden, entgegenzutreten. Ich bin kein politischer Mensch, ich bin kein religiöser Mensch, aber ich bin ein Mensch, der sich kümmert, ich bin ein stolzer schwuler Mann, der Schulter an Schulter mit jedem steht, unabhängig von Sexualität, Geschlecht, Rasse oder Religion, um zu zeigen, dass die Liebe siegt, dass die Liebe immer siegen wird.“

Kirsty Taylor, die mit dem schwulen Paar zusammenarbeitet, sagte der Lancashire Post: "Herrgott nochmal, es ist 2022, nicht 1950. Sie sind nette Jungs und haben es nicht verdient, so behandelt zu werden. Nathan und Daniel wurden schon wegen verschiedener Dinge beschimpft, aber dieser jüngste Angriff ist einfach entsetzlich. Ich konnte es nicht glauben, und viele Leute, die in den Laden kommen, können es auch nicht.“ Nach der Solidaritätsbekundung meldete sich auch das schwule Paar zu Wort: "Worte können nicht beschreiben, wie wir uns angesichts der Freundlichkeit fühlen, die jeder gezeigt hat. So etwas hatten wir nicht erwartet. Es waren so viele Menschen vor dem Laden - es war einfach überwältigend." Und der Stadtrat von Farington East, Paul Wharton-Hardman, erklärte stolz: "Diese große Solidaritätsbekundung mit Nathan und Daniel zeigt, dass in unserer Gemeinschaft kein Platz für Homophobie ist.“ Organisator Wilson sagte abschließend: „Langsam muss es demjenigen, der diese schrecklichen Briefe geschrieben hat, dämmern, dass er in Wirklichkeit ein trauriger, verbitterter und abgehobener Einzelgänger ist. Was für ein schönes Zeichen von unserer großartigen Gemeinschaft. Die Beteiligung war phänomenal, ebenso wie die Liebe, die alle ausgestrahlt haben!“ Seit dem Pride-Marsch in New Longton ist es zu keinen weiteren anonymen Anfeindungen gekommen – ein wahrlich guter Grund, weswegen das beschauliche Dorf im Nordwesten Englands derzeit Schlagzeilen macht.

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