Direkt zum Inhalt
Homophober Totschlag
ANZEIGE

Homophober Totschlag Obdachloser totgeschlagen, weil er schwul gewesen sein könnte

ms - 24.01.2023 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Ein besonders trauriger Fall von Homophobie beschäftigt in diesen Tagen die Gay-Community in den USA. Im Bundesstaat Connecticut wurde ein obdachloser Mann von einem Fußgänger totgeschlagen, weil dieser dachte, er sei schwul.

Oper bleibt bewusstlos in Blutlache zurück

Der Vorfall ereignete sich vor wenigen Tagen Mitte Januar in der Kleinstadt Bridgeport, festgehalten von Überwachungskameras vor einer Kirche. Der obdachlose Daniel Engeldrum (49) sprach den vorbeigehenden Passanten Elijah Humphrey (32) an und bat nach bisherigem Ermittlungsstand um Kleingeld. Auf dem Video ist zu sehen, wie Humphrey zunächst ein paar Schritte weitergeht, schließlich abrupt stehenbleibt und zurückgeht.

Unvermittelt schlägt er daraufhin auf den Obdachlosen ein. Engeldrum versuchte noch zu fliehen, wurde schlussendlich aber von seinem Angreifer gepackt und kopfüber von einer erhöhten Rollstuhlrampe geworfen. Humphrey informierte offenbar nach der Tat auch nicht die Polizei, sondern verließ den Tatort. Engeldrum wurde schlussendlich einige Zeit später bewusstlos und in einer Blutlache liegend von anderen Fußgängern gefunden, die sofort den Notarzt informierten – zwei Tage später erlag der 49-Jährige seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Ein Blick in die Augen reichte aus

Inzwischen konnte die Polizei den mutmaßlichen Täter festnehmen. Humphrey gestand gegenüber den ermittelnden Beamten den Totschlag und erklärte, er habe den Obdachlosen deswegen angegriffen, weil der Mann ihm in die Augen geschaut habe und dabei ein seltsames Geräusch gemacht habe. Für Humphrey war daraufhin klar, dass der 49-Jährige schwul sein musste, weswegen er in einem Wutanfall auf ihn einschlug.

In allen Details schilderte er weiter, wie er Engeldrum in den Nacken geschlagen und daraufhin immer weiter auf ihn eingeprügelt habe und erklärte zudem, er sei von seiner Wut regelrecht überwältigt worden. Es ist nicht das erste Mal, dass Humphrey aufgrund von Mutmaßungen, sein Gegenüber könnte schwul sein, gewalttätig geworden ist – bereits 2017 hatte er ebenso grundlos auf einen jungen Mann eingeschlagen und war dafür zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, drei davon wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Anklage lautet auf Totschlags ersten Grades

Dieses Mal dürfte Humphrey nicht so leicht davonkommen, der Bridgeport Superior Court klagte ihn in dieser Woche wegen Totschlags ersten Grades und Einschüchterung aufgrund von Voreingenommenheit an. Bei der gestrigen Anhörung setzte Richterin Maria del Pilar Gonzalez die Kaution für Humphrey auf eine Million US-Dollar fest. Ende Januar soll der Fall weiterverhandelt werden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.