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Hetze gegen Homo-Ehe Republikanischer Befürworter der Homo-Ehe wehrt sich gegen Angriffe

Von ms - 13.12.2022 - 13:00 Uhr
Hetze gegen Homo-Ehe
Foto: IMAGO / MediaPunch
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Das Bundesgesetz zum Schutz der Homo-Ehe in den USA kommt – ein Riesenerfolg. Mit der zeitnahen Unterzeichnung von Präsident Joe Biden wird das Gesetzesvorhaben endlich Wirklichkeit und sichert damit landesweit homosexuellen Paaren einen Rechtsstatus zu, unabhängig davon, wie einzelne Gouverneure, Bundesstaaten oder auch manch ein homophober konservativer Richter am Obersten Gerichtshof dazu stehen mögen. Damit es dazu kommen konnte, mussten beide Kammern des US-Kongresses mehrheitlich zustimmen, auch die Stimmen einiger Republikaner wurden im Senat dafür benötigt. Genau diese Befürworter müssen sich jetzt heftiger Kritik aus den eigenen Reihen stellen:

Befürworter sind Nestbeschmutzer?

Kurz nach der historischen Abstimmung im Senat feierten die Demokraten den Kompromissbeschluss, an dem beide politischen Parteien gearbeitet hatten, und erklärten, dass auch eine parteiübergreifende Arbeit möglich ist – zum Wohle und Schutz von Millionen von US-Bürgern. Nun bröckelt dieses schöne Bild, denn einige der insgesamt 12 Republikaner, die für das Bundesgesetz stimmten, werden jetzt als Nestbeschmutzer beschimpft – einer davon ist der republikanische Senator Todd Young.

Gefühl des Verrats unter Republikanern

Young musste nicht nur Beleidigungen von Kollegen erdulden, sondern bekam auch von einer republikanischen christlichen Vereinigung in Indiana ein offizielles Misstrauensschreiben, in dem seine Fähigkeiten als Senator offen in Frage gestellt wurden. Auch die Republikanische Partei von Cass County beteiligte sich daran und erklärte: "Ihre Entscheidung hat Gefühle der Wut, des Unglaubens und sogar ein Gefühl des Verrats hervorgerufen. Wir sind nicht nur fiskalisch konservativ, sondern auch sozial konservativ. Dieser Gesetzesentwurf verankert und kodifiziert in einem Bundesgesetz ein falsches Verständnis von Ehe und verankert es weiter im amerikanischen Rechtssystem.“

Nächstenliebe? Nicht für Homosexuelle!

Young selbst drehte den Spieß jetzt allerdings um und erklärte in einem Gastbeitrag für die Zeitung Indy Star: "Gleichgeschlechtliche Paare – von denen viele auch gläubig sind – wollen ebenfalls mit Würde und Respekt behandelt werden. Sie wollen nicht in der Angst leben, dass ihre Familien durch eine zukünftige Gerichtsentscheidung auseinandergerissen werden.“ Besonders heikel dabei ist, dass sich selbst die Kirche der Mormonen offiziell für das neue Bundesgesetz ausgesprochen hat, einzig katholische US-Bischöfe wetterten bis zuletzt gegen das Vorhaben. So bleibt die christliche Nächstenliebe wohl von Glaubensgemeinschaft zu Glaubensgemeinschaft eine sehr frei interpretierbare Richtlinie.

Christen sollten für das Bundesgesetz sein

Senator Young indes betonte weiter: "Ich würde nie versuchen, Menschen zu überreden, die Lehren ihres Glaubens zu ändern, aber ich kann erklären, warum ich denke, dass Christen keine Angst vor dieser Gesetzgebung haben sollten. In der Tat bieten die ausdrücklichen Schutzbestimmungen in diesem Vorschlag weit mehr Schutz für die Religionsfreiheit als die derzeitige Regelung, die alle derartigen Entscheidungen den Gerichten überlässt." So werden im geschlossenen Kompromissvorschlag ausdrücklich Dienstleister davon befreit, homosexuelle Menschen bei gewissen Aspekten als Kunden zu akzeptieren, wenn dies ihrem Glauben widerspricht – beispielsweise kann sich ein Bäcker weigern, für ein homosexuelles Paar eine Hochzeitstorte zu backen.

Panikmache jenseits der Realität

Für die homophoben Hardliner reicht dies offensichtlich immer noch nicht aus, abermals skizzierten sie in ihrem Schreiben das Horrorszenario an die Wand, dass das Bundesgesetz nicht nur eine “Degradierung der Ehe“ wäre, sondern auch polygame Beziehungen anerkennen würde – eine Möglichkeit, die ausdrücklich ebenso schriftlich im Bundesgesetz ausgeschlossen worden ist. Dazu allerdings hätte man den fertigen Gesetzestext natürlich erst einmal lesen müssen.

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