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Hass und Hetze im Netz Offen schwuler Politiker Nils Bollenbach wird im Netz beleidigt und bedroht

Von km - 22.02.2021 - 10:22 Uhr
Offen schwuler Politiker Nils Bollenbach wird im Netz beleidigt und bedroht
Foto: © Grünen
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Nils Bollenbach ist ein offen schwuler Politiker mit einer Behinderung, Mitglied der Grünen und Fridays for Future Aktivist aus Bargteheide. Er hatte sich am vergangenen Donnerstag mit der Grünen Europa-Abgeordneten Katrin Langensiepen, die ebenfalls mit einer Behinderung lebt, auf dem sozialen Netzwerk Instagram zu einem Gespräch verabredet. Die beiden sprachen mit Interessierten über die mangelnde Vielfalt im Parlament, bis sie in den Kommentaren Opfer von mangelnder Toleranz wurden. Ein paar User fingen an, Beleidigungen, Hassbotschaften und indirekte Morddrohungen zu kommentieren.

Bollenbach wurde gedroht, dass man ihn aufgrund seiner Sexualität in anderen Ländern hängen würde. Zudem hat man ihn als schwulen Hund beleidigt. Als daraufhin Langensiepen berichtete, dass sie glücklicherweise noch keine Morddrohungen erhalten habe, schrieb jemand: „Die Rechten Machen eher, anstatt zu reden.“.

„Spätestens nach dem rechtsmotivierten Anschlag auf Walter Lübcke im Jahr 2019 ist wohl allen klar, wie weit der Hass gehen kann“, so Bollenbach.
Auch die Grüne Parteifreundin Renate Künast hat mit sexistischen Hassnachrichten zu kämpfen. Die Grünen haben deshalb eine interne Anlaufstelle eingerichtet. Mit dieser steht Bollenbach im Kontakt und hat auch schon die Polizei informiert. Bereits in der Grundschule hatte Bollenbach mit Mobbing zu tun, das setzt sich heute im Alltag und in den sozialen Medien fort. „Hass und Hetze haben keinen Platz in unserer Gesellschaft“, sagt der 20-Jährige und will sich für andere stark machen. „Die Rechten sind online zwar lauter, aber wir sind mehr.“

Besonders erschreckend findet er, dass die Kommentare kamen, als er mit der Europa-Abgeordneten über das Thema Vielfalt sprach. „Es geht genau um diese fehlende Sichtbarkeit von gesellschaftlichen Minderheiten, welche immer wieder diskriminiert, bedroht und beleidigt werden.“ Missstände wie diese sind es, die ihn dazu bewegt haben, sich bei den Grünen Schleswig-Holsteins auf einen Listenplatz für die Bundestagswahl zu bewerben.

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