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Pole muss nach Anschlag auf Gay-Club fünf Jahre ins Gefängnis
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Haft für schwulen Brandstifter Verurteilter ist selbst schwul und verachtet Homosexuelle

ms - 25.08.2022 - 11:00 Uhr
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Der Fall erregte international in der LGBTI*-Community Aufsehen und findet nun seinen Abschluss: Im Januar 2020 hatte der polnische Staatsbürger Sebastian Prokop (24) einen Brandanschlag auf den beliebten schwulen Nachtclub Envy in der nordirischen Stadt Londonderry verübt. Während das Gebäude beinahe bis auf die Grundmauern niederbrannte, wurde glücklicherweise niemand verletzt. Der jetzt verurteilte Prokop hatte die Tat anfangs bestritten und gleichzeitig immer wieder gegenüber der Polizei betont: „Ich mag keine Schwuchteln!“

Prokop wurde bereits im Juni einstimmig von den Geschworenen für schuldig befunden, jetzt wurde das Strafmaß bekanntgegeben: Fünf Jahre Haft. Der junge Mann aus Polen wird die Hälfte der Strafe in Haft und die andere Hälfte auf Bewährung verbüßen. Die Beweise zur Überführung des Täters waren dabei stichhaltig: Mehrere Überwachungskameras hatten festgehalten, wie Prokop eine Außentreppe hinaufstieg und den dritten Stock des Gebäudes betrat. Minuten später wurde aufgezeichnet, wie er dieselbe Treppe hinunterstieg und das Gebäude verließ, kurz darauf ging das Gebäude in Flammen auf. Als er vom Tatort flüchtete, warf er dabei leichtsinnigerweise eine Mütze weg, die von der Polizei in der Nähe des Nachtclubs gefunden wurde – bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung wurde die vollständige DNA des jungen Mannes auf der Mütze nachgewiesen. Prokop hatte die Mülltonnen im dritten Stock in Brand gesetzt, sodass sich das Feuer schnell ausbreiten konnte.

Bei der Urteilsbegründung erklärte Richter Philip Gilpin am Crown Court in Coleraine nun, dass er der festen Auffassung sei, dass der junge Mann vorsätzlich gehandelt habe und der Anschlag selbst offensichtlich feindselig auf die Gay-Community abzielte. „Die Auswirkungen, die dies auf die Gemeinde hatte, die vollständige Zerstörung des Nachtclubs, der wirtschaftliche Wert des zerstörten Eigentums - die Beweise sprechen dafür, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde" so der Richter weiter. Londonderry ist die zweitgrößte Stadt in Nordirland und ein Zentrum der LGBTI*-Community des Landes. Bei dem Brandanschlag entstand ein Schaden von umgerechnet rund 300.000 Euro. Es ist dabei überdies anzunehmen, dass der jetzt verurteilte junge Mann ein gestörtes Verhältnis auch zu seiner eigenen Sexualität hat – während der Urteilsverkündung hatte er Richter Gilpin erklärt, dass er den Brandanschlag "geplant habe, weil es ein homosexuell-sexueller Club ist und ich eine homosexuell-sexuelle Person bin." Er habe auch in Erwägung gezogen, vor der Brandstiftung direkt mit einem Baseballschläger in den Club zu gehen. Richter Gilpin betonte trotzdem, dass nach seiner Einschätzung der Angeklagte in vollem Wissen um die Tat genau wusste, welche Konsequenzen sein Handeln haben würde. Infolge des Urteils droht dem 24-jährigen Prokop nach seiner Haftentlassung die Ausweisung aus Nordirland.

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