Gewaltspirale in den USA Schwuler Mann vor Leder-Bar in San Francisco schwer verletzt
Überfälle und Attacken auf homosexuelle und queere Menschen mehren sich seit einiger Zeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern wie den USA – neu ist dabei allerdings, dass es immer öfter zu extrem gewaltvollen Zwischenfällen in der eigenen Community kommt. Selbst die einst als Safe Spaces angenommenen Viertel innerhalb großer Städte sind immer weniger sicher – der jüngste Zwischenfall ereignete sich diese Woche direkt vor einer Schwulenbar in San Francisco.
Immer brutaler, immer öfter
In der Nacht zum Montag war Barry Miles direkt vor dem Powerhouse in der Folsom Street angefallen, verprügelt und ausgeraubt worden – die Bar ist ein Treffpunkt vor allem für Leder-Freunde. Miles wurde bei dem Angriff so schwer verletzt, dass er einen Herzinfarkt erlitt – die Ärzte mussten ihm zwei Implantate aus Metall (Stents) einsetzen. Mehrere Vorderzähne wurden dem Mann ebenso ausgeschlagen, zudem erlitt er einen kleineren Bruch (Fraktur) im Nacken. Miles veröffentlichte die Tat selbst auf den sozialen Medien, um auf die neue Gewaltspirale in den USA hinzuweisen, die schrittweise immer brutaler wird. „Ich bin ziemlich ramponiert“, schreibt er dabei.
Die Stadt wird immer rauer
Miles reiht sich ein in die bittere Liste von Vorfällen, die sich gezielt zumeist gegen schwule und queere Bars und deren Besucher richten. Zuletzt sorgte auch in New York City ein Vorfall für Angst und Schrecken – immer wieder war eine beliebte LGBTI*-Bar angegriffen worden, verletzt wurde bisher niemand. Die Gay-Community in San Francisco zeigt sich in diesen Tagen erschüttert und eingeschüchtert über den Vorfall, wie auch Scott Richard Peterson, der Geschäftsführer der Leder-Bar erklärte: „Diese Stadt wird immer rauer.“ Von offizieller Seite gibt es noch keine Bestätigung, dass es sich hierbei abermals um ein Hassverbrechen gegen LGBTI*-Menschen handelt – für die Community selbst ist das allerdings offensichtlich.
Landesweiter Trend von Gewalt gegen LGBTI*
Ähnlich sieht das auch der Präsident des San Francisco Pride, Nguyen Pham: „Auch wenn wir das Motiv für den Angriff noch nicht kennen, können wir den wachsenden landesweiten Trend der Gewalt gegen die LGBTI*-Community nicht ignorieren, von den Straßen bis zu den Rathäusern. Wir sind weiterhin solidarisch mit Barry und anderen Opfern von Anti-LGBTI*-Hass, und wir werden ihn in unseren Herzen tragen, damit er schnell genesen kann."
Über GoFundMe sammeln Freunde derweil Geld für Barry Miles, damit seine Lebenshaltungskosten bezahlt werden können – bisher arbeitete der junge Mann selbstständig ein betrieb ein kleines Haushaltswarengeschäft. In der Gay-Community in San Francisco ist Miles bekannt, er engagiert sich seit Jahren für LGBTI*-Belange. "Barry ist eine Führungspersönlichkeit in der Gemeinde, Titelträger, Freiwilliger und Spendensammler für viele Organisationen, die zahlreichen Wohltätigkeitsorganisationen in nah und fern zugutegekommen sind", so seine Freunde online.