Frei von Religion Religion verliert in der LGBTI*-Community an Bedeutung
Die britischen Glaubensgemeinschaften, allen voran die Kirche von England, hat es in diesen Tagen nicht leicht – nachdem sich die Kirche selbst zuletzt auf Druck der britischen Regierung um die Frage von Homosexuellenrechten regelrecht selbst zerfleischt, zeigen neue Studienergebnisse nun zudem auf: Die Mehrheit der LGBTI*-Briten hält sowieso nicht mehr viel von der Institution Kirche und glaubt nicht mehr.
Mehrheit der Schwulen sind ungläubig
Die Studie, durchgeführt vom Office of National Statistics (ONS), befragte dabei bereits im Jahr 2021 Menschen in England und Wales, die finalen Daten wurden in diesen Tagen veröffentlicht. Gut möglich also, dass sich inzwischen noch weit mehr Menschen von der Kirche abgewendet haben könnten. Insgesamt 1,5 Millionen Briten identifizieren sich als lesbisch, schwul, bisexuell oder queer.
Rund 750.000 davon sind homosexuell, etwa 620.000 Menschen bisexuell und 165.000 Personen wählten die Option „andere sexuelle Orientierung“. Mehr als sechs von zehn (63 %) der lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen und fast vier von zehn (36 %) der queeren Menschen gaben an, dass sie „keine Religion haben“. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung bezeichnen sich 37 Prozent als nicht religiös.
Religionen verurteilen LGBTI* bis heute
In der Minderheit der noch gläubigen LGBTI*-Personen nimmt den größten Anteil das Christentum (26 % bei LGB, 36 % bei queer/trans) ein, die wenigsten Befragten bezeichnen sich hingegen als Muslime ((2 % bei LGB, 15 % bei queer/trans). Für christliche LGBTI*-Aktivisten wie Jayne Ozanne ist dabei klar: „Viele LGBT+ Menschen verlassen ihre Glaubensgemeinschaften aufgrund der Art und Weise, wie sie von ihnen behandelt werden. Das ist keine Überraschung, bedenkt man, wie die meisten Religionen LGBT+ bis heute verurteilen und ausgrenzen.“