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Forderung an queere Vereine
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Forderung an queere Vereine Das Schweigen in puncto Iran sei nicht länger hinnehmbar

ms - 14.01.2026 - 11:30 Uhr
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Die queere Vereinigung „Certi Diritti“ (CD) aus Italien hat in einem offenen Brief fast fünfzig nationale sowie auch im Grundsatz internationale LGBTIQ+-Organisationen aufgefordert, endlich eine unmissverständliche öffentliche Haltung gegen das iranische Regime zugunsten der iranischen queeren Gemeinschaft einzunehmen. In Italien sorgt das Schreiben derzeit für viel Zündstoff innerhalb der Community. Der Verein bezeichnet darin das Schweigen von queeren Verbänden in dieser Angelegenheit als „Mitwisserschaft“. Es sei nicht länger hinnehmbar, sich nicht klar gegen die Repression der iranischen Regierung zu stellen, die weiterhin Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität inhaftiert, foltert und hinrichtet.

Systematische Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen 

Seit der Errichtung des islamischen Regimes im Iran unter den Ayatollahs 1979 werden LGBTIQ+-Menschen im Land verfolgt, insbesondere verstärkt schwule Männer. Es gibt immer wieder Berichte über systematische Hinrichtungen, mehrere tausend Homosexuelle sollen so dem Regime bereits zum Opfer gefallen sein, zuletzt wurde erst Anfang dieses Jahres erneut ein schwuler Mann wegen „Sodomie“ erhängt.

In diesem Zusammenhang berichten Menschenrechtsorganisationen aktuell von mindestens 2.000 Opfern, die im Zuge von Protesten gegen das Regime und staatlicher Gewalt getötet wurden, einige sprechen sogar von bis zu 20.000 Todesopfern. Dabei bleibe auch die LGBTIQ+-Community ein bevorzugtes Ziel des Regimes, so CD weiter. Zahlreiche Aktivisten und auch queere Künstler seihen demnach aktuell im Zuge ihres Widerstands gegen die iranische Regierung verhaftet worden.

Forderung nach klarer Positionierung 

In ihrem offenen Brief betont CD weiter, dass sich queere Vereine endlich deutlich positionieren müssten, denn „Rechte sind entweder universell oder sie sind keine Rechte“, so Vereinspräsident Claudio Uberti. Die Organisation verwies dabei überdies auf die lange Tradition politischer Solidarität der LGBTIQ+-Bewegung, die in der Vergangenheit vielerorts Stellung bezogen hat, wenn es darum ging, die Rechte von Minderheiten zu verteidigen.

„Heute ist der Zeitpunkt für Mehrdeutigkeiten vorbei. Das Schweigen in Bezug auf die Situation der LGBTIQ+-Community im Iran ist nicht länger hinnehmbar“, bekräftigte auch CD-Schatzmeister Nicola Bertoglio. Die Organisation fordert von den italienischen queeren Vereinigungen eine aktive Rolle in der Unterstützung der iranischen LGBTIQ+-Gemeinschaft. Dies solle nicht nur in Form abstrakter Solidarität geschehen, sondern auch durch die Teilnahme an Protesten und Mobilisierungen, die für die Rechte von Homosexuellen und queeren Menschen im Iran kämpfen. Dabei dürfe der Aufruf durchaus auch als Appell an internationale queere Verbände verstanden werden. „Statt sich zu verstecken, müssen wir als Bewegung eine klare und öffentlich sichtbare Haltung einnehmen. Es gibt heute nur eine Seite, auf der man stehen kann: die Seite der Menschenrechte, der Freiheit und der Würde“, so Uberti abschließend. 

Certi Diritti ist eine der ältesten und bekanntesten LGBTIQ+-Organisationen Italiens und setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von queeren und homosexuellen Menschen sowie für die Trennung von Staat und Kirche ein. Die Organisation engagiert sich außerdem intensiv für die Bekämpfung von Diskriminierung und Ungerechtigkeit, sowohl in Italien als auch international.

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