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Ex-US-Politikerin verurteilt
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Ex-US-Politikerin verurteilt Erste queere Abgeordnete von New Hampshire in Haft

ms - 29.06.2026 - 11:00 Uhr
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Die erste trans* Abgeordnete im US-Bundesstaat New Hampshire ist wegen Beteiligung an der sexuellen Ausbeutung von Kindern zu mehr als 33 Jahren Gefängnis verurteilt worden, knapp doppelt so hoch wie das vorgeschriebene Mindeststrafmaß. Das teilte das US-Justizministerium jetzt mit. Grundlage des Verfahrens sind Nacktbilder von Kleinkindern, die aus einer Kindertagesstätte stammen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Erste offen lebende trans* Abgeordnete in einem US-Parlament zu Haftstrafe verurteilt.
  • 33 Jahre Gefängnis für 42-jährige Stacie Marie Laughton.
  • Anklage lautete auf sexuelle Ausbeutung von Kleinkindern. 
  • Ex-Freundin und Mittäterin Lindsay Groves bereits zu 22 Jahren Haft verurteilt. 
  • Groves machte Fotos von nackten Kindern in einer Kindertagesstätte.
  • Verteidiger hatte schwere Drogenmissbrauch und psychische Probleme betont. 
  • Leitende Staatsanwältin spricht von Verwerflichkeit der Angeklagten 

Nacktfotos aus der Kindertagesstätte

Die 42-jährige Stacie Marie Laughton bekannte sich in drei Fällen der sexuellen Ausbeutung von Kindern schuldig, nachdem sie von einer ehemaligen Freundin, die in einer Kindertagesstätte arbeitete, Nacktfotos von drei Kleinkindern angefordert und erhalten hatte. Die 41-jährige Lindsay Groves aus Hudson, New Hampshire, wurde Anfang dieses Monats zu fast 22 Jahren Haft verurteilt, nachdem sie sich wegen derselben Vorwürfe sowie zusätzlich wegen der Verbreitung von Kinderpornografie schuldig bekannt hatte.

Gerichtsunterlagen zufolge nahm Groves die Fotos der Opfer im Jahr 2023 in der Kindertagesstätte „Creative Minds“ in Tyngsboro auf, wo sie als Erzieherin tätig war – während der vorgesehenen Toilettenpausen und Mittagsschlafzeiten. Anschließend schickte sie die Fotos an Laughton, die um die Bilder gebeten und Groves aufgefordert hatte, die Genitalien eines der Minderjährigen zu berühren. In dem in den Akten enthaltenen Chat-Verlauf sexualisieren die beiden die Opfer.

Erste trans* Abgeordnete im US-Bundesstaat

In einem Strafmaßmemorandum hatte Laughtons Verteidiger argumentiert, dass sie eine kürzere Strafe als Groves erhalten sollte, und die vorgeschriebene Mindeststrafe von rund 15 Jahren beantragt. „Stacie Laughton ist eine vielschichtige 42-jährige Frau“, hieß es in dem Memo, in dem darauf hingewiesen wurde, dass sie die erste offene trans* Frau war, die in den Landtag von New Hampshire gewählt wurde. Mehr noch, 2012 war Laughton die erste offen lebende trans* Frau, die landesweit in einem US-Parlament vertreten war, lange Zeit hatte die heute 42-Jährige daher eine Vorbildfunktion in der queeren Community inne. 

In dem Schriftsatz wurden Laughtons Vorgeschichte in Bezug auf psychische Erkrankungen, Drogenmissbrauch, sexuellen Missbrauch und Traumata als mildernde Umstände beschrieben, die der Richter berücksichtigen sollte. „Eine der wenigen Konstanten im Leben von Frau Laughton sind ihre psychischen Probleme“, hieß es in dem Memo. „Sie begann im Alter von vier Jahren, sich in psychologischer Behandlung zu befinden, und durchläuft seitdem immer wieder umfangreiche Therapieprogramme.“

Krisen nach dem Tod der Ehefrau

Der Tod von Laughtons Ehefrau im Jahr 2020 und eine turbulente Beziehung zu Groves hätten ihre psychischen Probleme zusätzlich verschärft, hieß es in dem Schriftsatz, in dem zudem angegeben wurde, dass die Angeklagte täglich Alkohol trank und im Vorfeld ihrer Festnahme zum ersten Mal Heroin probiert hatte. Ein in dem Schriftsatz zitierter Arzt erklärte, dass Laughton wahrscheinlich einen niedrigen IQ habe, was zum Teil auf ihre Frühgeburt zurückzuführen sei, sowie „normale sexuelle Interessen“. In den Unterlagen wurden Laughtons Handlungen als „entsetzlich, verwerflich und schockierend“ beschrieben, doch es hieß zudem, dass sie, obwohl die Verbrechen „völlig unentschuldbar“ seien, aus Gründen der Gerechtigkeit dennoch eine kürzere Strafe als ihr Mitangeklagter erhalten sollte.

Staatanwaltschaft forderte 40 Jahre 

Die Ankläger indes haben zu einer anderen Beurteilung. In ihrem Strafmaßantrag forderten die Bundesstaatsanwälte eine Freiheitsstrafe von 40 Jahren für Laughton. „Diese Straftaten kamen erst ans Licht, als Laughton sie anzeigte – offenbar in dem Versuch, Groves dafür zu bestrafen, dass er ihre Beziehung beendet hatte“, schrieben die Staatsanwälte. „Die Angeklagte hat dabei natürlich ihre eigene Rolle bei der Erstellung der Bilder nicht offengelegt.“ Und weiter: „Sie gab schließlich zu, dass sie Groves angewiesen hatte, den Penis eines Kindes zu berühren, und behauptete, sie habe Groves’ Neigung zu Kindern geschürt“, hieß es in ihrem Schriftsatz. Die Staatsanwälte erklärten, dass Laughtons Stimme in den Gesprächen über die Ausbeutung von Kindern die „dominantere“ gewesen sei.

Haftstrafe als gerechtfertigt eingestuft 

Zusätzlich zu ihrer Haftstrafe wird Laughton fünf Jahre unter Aufsicht stehen. Die US-Staatsanwältin von Massachusetts, Leah Foley, erklärte in einer Stellungnahme, dass sie das Strafmaß als angemessen erachte. „Die Opfer in diesem Fall waren Kleinkinder – Kinder, die noch nicht alt genug waren, um für sich selbst zu sorgen, und in einigen Fällen noch nicht einmal richtig sprechen konnten. Jeder, der von dem Verhalten in diesem Fall erfährt, sollte empört sein. Die verhängten Strafen spiegeln die Verwerflichkeit des Verhaltens und die Schwere der Straftaten wider. Meine Behörde wird für jeden, der Kinder ausbeutet, die schwerwiegendsten Anklagen und die härtesten Strafen anstreben.“

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