Direkt zum Inhalt

Die Krise unter LGBTI* Beinahe 40 Prozent haben kein Geld zur Seite gelegt

Von ms - 17.10.2022 - 10:00 Uhr
Die Krise unter LGBTI*
Foto: IMAGO / aal.photo
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Energiekrise und die damit verbundenen massiven Mehrkosten sorgen seit Wochen für ein flaues Gefühl in der Magengegend – jene, die erste Nebenkostenabrechnungen bereits bekommen haben, fragen sich stellenweise, wie sie die Mehrkosten überhaupt bezahlen sollen. Ob die Gaspreisbremse oder Einmalzahlungen ausreichen werden? Neuste Studien von statista und Eurostadt sowie aktuelle Hochrechnungen von deutschen Wirtschaftsinstituten bestätigen jetzt die angespannte Lage, die insbesondere auch jene Menschengruppen betrifft, die aufgrund von Diskriminierung anderweitig oftmals in schlechter bezahlten Jobs oder prekären Arbeitsverhältnissen tätig sind oder als Kreative und Selbstständige kein gesichertes monatliches Einkommen haben – das trifft in besonderer Weise auch und gerade die LGBTI*-Community.

Immer wieder belegten Studien der letzten Jahre, dass so beispielsweise vor allem schwule Männer bei gleicher Qualifikation schlechter bezahlt werden, je nach Studie können das bis zu 20 Prozent weniger sein. Viele LGBTI*-Menschen sind zudem bereits schon jetzt durch die letzten zweieinhalb Jahre Corona finanziell arg mitgenommen, gerade dann, wenn sie in Berufen im Veranstaltungsbereich, der Event-Gastronomie oder in einem Sektor tätig waren, der abhängig von der Werbebranche ist. Allein im ersten Corona-Jahr 2020 mussten viele Clubs, Bars und Szene-Treffpunkte teilweise für immer schließen. Nun kommen Rezession, Inflation und steigende Energie- und Strompreise noch dazu.

Wie dramatisch die Lage oftmals schon inmitten von Corona war, zeigt eine Eurostadt-Studie aus dem Jahr 2020: Rund 38 Prozent aller Haushalte in Deutschland hatten bereits vor eineinhalb Jahren nicht genug Geld, um eine unerwartete Zahlung begleichen zu können. Deutschland liegt damit im EU-Vergleich im oberen Drittel. Noch mehr Haushalte mit Zahlungsschwierigkeiten gibt es vor allem in Südost- und Osteuropa, ganz oben auf der Liste befindet sich mit rund 50 Prozent Griechenland. Besser gewappnet sind dagegen Menschen in den Niederlanden oder Österreich. Auf LGBTI*-Menschen mit einem geringeren Einkommen könnten so stellenweise in Deutschland schwierige Wochen und Monate zukommen.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

GALAJorge González: Schwierige Kindheit in KubaFalterLiteraturnobelpreisträgerin Anne Carson: Aus der Zeit gefallen, hoch aktuelltazKurswechsel in Ungarn: Anti-LGBTIQ+-Gesetze gekipptDER STANDARDOrbán-Lager serviert beim Thema LGBT alten Wein aus alten SchläuchenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nacktbilder als Druckmittel

Was du bei Sextortion tun kannst

Erpressung mit Nacktbildern? Was du jetzt tun kannst, wie du Hilfe bekommst und welche Dienste gegen die unerlaubte Verbreitung helfen.
Andrew Scott im Aids-Drama

Erster Trailer zum Oscar-Kandidaten

Andrew Scott spielt in „Elsinore“ den Schauspieler Ian Charleson, der trotz seiner HIV-Erkrankung als Hamlet gefeiert wurde und 1990 an Aids starb.
Jugendhaft für Grindr-Räuber

Schwule Männer brutal überfallen

Ein 18-Jähriger muss nach brutalen Überfällen auf schwule Grindr-Nutzer in Berlin jetzt sechs Jahre in Jugendhaft.
Queere Schüler besser schützen

Prien fordert Schutz vor Missbrauch

Sexualisierte Gewalt bedroht insbesondere auch queere Schüler. Bundesministerin Karin Prien fordert nun verbindliche Schutzkonzepte an allen Schulen.
Ungarn kippt LGBTIQ+-Verbote

Aus für Anti-Homosexuellen-Gesetz

Ungarns Parlament hebt zentrale LGBTIQ+-Beschränkungen aus der Ära Orban auf. Die Entscheidung folgt auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs.
Schwule Liebe in Avatar-Welt

Schwules Paar begeistert Fans

„Avatar: Seven Havens“ zeigt mit Jae und Datu ein schwules Paar. Die Fans feiern die Liebesszene, während Paramount+ zwei weitere Staffeln bestätigt.
Festnahmen in Indien

Neun Verdächtige nach Mord

Nach dem Mord an dem schwulen Influencer Mad Sandhu in Indien wurden neun Männer festgenommen. Die Polizei vermutet Homophobie und Bandenkriminalität.
Missbrauchsverdacht in Italien

Hausarrest für prominenten Priester

Ein italienischer Priester steht wegen mutmaßlicher sexueller Gewalt gegen einen 20-Jährigen unter Hausarrest. Die Kirche war offenbar vorgewarnt.
Brutaler Angriff in Frankreich

Homophobe Gewalt erschüttert Paris

Nach dem Pariser Pride wurde ein LGBTIQ+-Aktivist brutal zusammengeschlagen. Menschenrechtsorganisationen fordern besseren Schutz vor Hassgewalt.