Die Krise unter LGBTI* Beinahe 40 Prozent haben kein Geld zur Seite gelegt
Die Energiekrise und die damit verbundenen massiven Mehrkosten sorgen seit Wochen für ein flaues Gefühl in der Magengegend – jene, die erste Nebenkostenabrechnungen bereits bekommen haben, fragen sich stellenweise, wie sie die Mehrkosten überhaupt bezahlen sollen. Ob die Gaspreisbremse oder Einmalzahlungen ausreichen werden? Neuste Studien von statista und Eurostadt sowie aktuelle Hochrechnungen von deutschen Wirtschaftsinstituten bestätigen jetzt die angespannte Lage, die insbesondere auch jene Menschengruppen betrifft, die aufgrund von Diskriminierung anderweitig oftmals in schlechter bezahlten Jobs oder prekären Arbeitsverhältnissen tätig sind oder als Kreative und Selbstständige kein gesichertes monatliches Einkommen haben – das trifft in besonderer Weise auch und gerade die LGBTI*-Community.
Immer wieder belegten Studien der letzten Jahre, dass so beispielsweise vor allem schwule Männer bei gleicher Qualifikation schlechter bezahlt werden, je nach Studie können das bis zu 20 Prozent weniger sein. Viele LGBTI*-Menschen sind zudem bereits schon jetzt durch die letzten zweieinhalb Jahre Corona finanziell arg mitgenommen, gerade dann, wenn sie in Berufen im Veranstaltungsbereich, der Event-Gastronomie oder in einem Sektor tätig waren, der abhängig von der Werbebranche ist. Allein im ersten Corona-Jahr 2020 mussten viele Clubs, Bars und Szene-Treffpunkte teilweise für immer schließen. Nun kommen Rezession, Inflation und steigende Energie- und Strompreise noch dazu.
Wie dramatisch die Lage oftmals schon inmitten von Corona war, zeigt eine Eurostadt-Studie aus dem Jahr 2020: Rund 38 Prozent aller Haushalte in Deutschland hatten bereits vor eineinhalb Jahren nicht genug Geld, um eine unerwartete Zahlung begleichen zu können. Deutschland liegt damit im EU-Vergleich im oberen Drittel. Noch mehr Haushalte mit Zahlungsschwierigkeiten gibt es vor allem in Südost- und Osteuropa, ganz oben auf der Liste befindet sich mit rund 50 Prozent Griechenland. Besser gewappnet sind dagegen Menschen in den Niederlanden oder Österreich. Auf LGBTI*-Menschen mit einem geringeren Einkommen könnten so stellenweise in Deutschland schwierige Wochen und Monate zukommen.