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Debatte um Homosexualität
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Debatte um Homosexualität Geistlicher Berater der US-Politik geht gegen Schwule vor

ms - 22.07.2026 - 14:00 Uhr
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Der US-Pastor Doug Wilson, der in konservativ-christlichen Kreisen zunehmend Einfluss gewinnt, hat mit seinen jüngsten Aussagen zu Homosexualität und gesellschaftlichen Regeln erneut eine breite Debatte ausgelöst. Wilson ist leitender Pastor der Christ Church in Moscow im US-Bundesstaat Idaho und war zuletzt auch wegen seiner Verbindung zu US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bekannt geworden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der US-Pastor Doug Wilson steht wegen seiner Verbindung zu Verteidigungsminister Pete Hegseth und umstrittener Aussagen über Schwule in der Kritik.
  • Wilson sagt, homosexuelle Handlungen sollten nach seinen Vorstellungen künftig gesetzlich verboten werden.
  • In einem Interview erklärt er weiter, dass er gleichgeschlechtlichen Sex zwischen Männern als „Sodomie“ einordnet.
  • Wilson spricht sich zudem gegen Konversionstherapie-Verbote aus und sagt, Heilung komme nur durch Jesus Christus.
  • LGBTIQ+-Organisationen kritisieren seine Positionen als diskriminierend und gefährlich.

Enge Kontakte ins Weiße Haus 

Wilson war im Februar dieses Jahres als Gastprediger bei einem neu eingeführten monatlichen christlichen Gottesdienst im Pentagon aufgetreten, an dem auch Hegseth teilnahm. Der Pastor vertritt unter anderem die Ansicht, die USA sollten sich zu einer christlichen Theokratie entwickeln. Außerdem lehnt er nach eigenen Angaben gleiche politische Rechte für verheiratete Frauen und bestimmte LGBTIQ+-Rechte ab. In seinem ersten Interview mit Uncloseted Media sprach Wilson über seine Kontakte zu Hegseth und anderen Personen innerhalb der Trump-Regierung. Er schätzt, dass zwischen zehn und zwanzig Menschen in den oberen Etagen der US-Regierung seine radikale Ideologie teilen. Auf die Frage, ob er als geistlicher Berater Hegseths gelte, antwortete Wilson: „Ich bin kein Politikberater.“ Er sehe seine Rolle vielmehr als pastorale Unterstützung, etwa wenn Hegseth wegen öffentlicher Kritik unter Druck stehe. 

Schwule Homosexualität verbieten 

Wilson fordert dabei, bestimmte Formen von „homosexuellem Verhalten“ sollten strafbar sein, in allen 50 US-Bundesstaaten sollten künftig Gesetze gelten, die Sodomie verbieten. Konkret erklärte er dabei: „Ich würde Sodomie als Geschlechtsverkehr zwischen Männern, analen Geschlechtsverkehr oder oralen Geschlechtsverkehr betrachten.“ Auf Nachfrage, ob auch sexuelle Handlungen wie Handjobs darunterfallen würden, sagte Wilson: „Handjobs, Oral Sex und Analverkehr – wären alles Sodomie.“ Sexuelle Handlungen zwischen verheirateten heterosexuellen Paaren wie orale Praktiken würde er indes anders bewerten. Bei lesbischen Beziehungen sei die Situation nach seiner Interpretation ebenfalls unterschiedlich. „Wenn Sie durch das Gesetz des Moses gehen, werden Sie keine gesetzliche Vorschrift gegen Lesben finden.“

Schwuler Sex und Pädophilie 

Auf die Frage nach möglichen Strafen für homosexuelle Handlungen verwies Wilson auf die sogenannte Christian-Reconstruction-Bewegung der 1980er Jahre, die sich damals für alttestamentliche Strafen ausgesprochen hatte – Hinrichtungen für Schwule schloss Wilson allerdings wohlwollend dann doch aus. Er wolle vielmehr eine Gesellschaft schaffen, in der überdies schwere sexuelle Gewalt härter bestraft werde. Als Beispiel nannte er den sexuellen Missbrauch von Kindern. Pädophile sind für den US-Pastor dabei ein Teil der LGBTIQ+-Community. „Ich denke, das LGBTIQ+-Kürzel ist eine Art sexuelle Allianz von Menschen, die traditionelle biblische Normen ablehnen. Und Pädophilie ist eines dieser Dinge, die diese Normen verletzen.“ Auf die Frage, ob er gleichgeschlechtlichen Sex zwischen zwei Männern als ebenso sündhaft betrachte wie die Vergewaltigung eines Mädchens, antwortete Wilson: „Ja, beides sind Verstöße gegen Gottes Gesetz.“

Wilson verteidigt Konversionstherapie

Im weiteren Verlauf des Interviews äußerte sich Doug Wilson auch zu Konversionstherapien, mit denen versucht wird, die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität eines Menschen zu verändern. Wilson hatte zuvor Verbote solcher Angebote kritisiert und das kanadische Gesetz gegen Konversionstherapie als „erbärmliches und fehlgeleitetes Gesetz“ bezeichnet. Er selbst unterstütze solche Umpolungsaktionen: „Ich bin Pastor von Hunderten von Menschen, und ich bin Pastor für Menschen, deren sexuelle Versuchungen homosexuell sind“, so Wilson. Er habe Menschen in dieser Situation beraten und erlebt, wie sie diese Versuchungen überwunden hätten. Jesus Christus vergebe Sünden und ermögliche es Menschen, Sünden zu überwinden, sagte der Pastor weiter. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu den unseriösen Homo-Heilungen wies er zurück. 

Umgang mit homosexuellen Menschen

Im Gespräch wurde Wilson außerdem gefragt, wie seine Kirche mit homosexuellen Menschen umgeht, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben. „Eine solche Person dürfte kein Mitglied werden.“ Auch Wilsons Vorstellungen über die Rolle von Frauen in Ehe und Gesellschaft wurden im Interview thematisiert. Er bezog sich dabei auf biblische Aussagen und erklärte, Frauen sollten sich ihrem eigenen Ehemann unterordnen. „Meine Frau ist mir gegenüber unterwürfig, aber das bedeutet nicht, dass sie sich allen anderen Männern unterwerfen muss.“

Wilson gilt als eine der bekanntesten Stimmen einer streng konservativen christlichen Bewegung in den USA. Seine Aussagen zu Homosexualität, Frauenrechten und LGBTIQ+-Menschen stoßen bei Menschenrechtsorganisationen und LGBTIQ+-Verbänden immer wieder auf scharfe Kritik. Kritiker werfen ihm vor, religiöse Überzeugungen in staatliche Gesetzgebung übertragen zu wollen und dadurch Grundrechte einzuschränken. Wilson selbst sieht seine Positionen dagegen als Teil eines langfristigen Projekts einer christlich geprägten Gesellschaftsordnung. 

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